Foto: Schappert/Zoo Dortmund

Berühmt berüchtigt und als blutrünstig verschrien sind die Piranhas, so auch der Rote Piranha (Pygocentrotus nattereri), der im Zoo Dortmund zu sehen ist. Dabei übernehmen diese ungewöhnlich hochrückigen Fische durch die Beseitigung von ins Wasser gefallenen Tierkadavern eine ausgesprochen wichtige Funktion im Haushalt der Natur als Gesundheitspolizei des Amazonas. Wenn Tierkadaver ins Wasser fallen und durch die Tätigkeit von Bakterien faulen, könnten die dabei abgegebenen Giftstoffe das Wasser
vergiften. Der Kopf der Piranhas ist massig und die Zähne des Unterkiefers passen wie eine Schere genau in die Zwischenräume der Zähne im Oberkiefer. Die Zähne sind sehr spitz und scharf.

Der Zoo Dortmund hat die letzten Wochen genutzt und ein neues Unterwasserheim für diese besonderen Fische eingerichtet. Hier werden die Tiere hoffentlich noch groß heranwachsen. Der Rote Piranha kommt fast im gesamten nördlichen Südamerika vor. Weite Teile des Amazonas, der als der wasserreichste Fluss der Welt gilt, werden von diesen Raubfischen besiedelt. Auch in vielen der unzähligen Nebenflüsse des Amazonas sind sie verbreitet, darunter ist auch der Orinoco im Nordosten Südamerikas. Die bevorzugten Temperaturen der Piranhas liegen zwischen 22 und 30 Grad Celsius. Der Piranha kommt dabei nicht nur in Regenwaldflüssen, sondern auch in Savannengewässern vor. In der Trockenzeit kann hier die Temperatur über 35 Grad Celsius ansteigen und der Wasserstand kann dabei beträchtlich sinken. Dann sind die Fische gezwungen, sich zu großen Schwärmen zu vereinigen.

Foto: Ibler/Zoo Dortmund

Das von den Piranhas bezogene Aquarium liegt im Otterhaus des Zoo Dortmund. Es gibt schönen Einblick in das Ökosystem der Süßgewässer. Denn die großen Flüsse Südamerikas sind auch die Heimat der Riesenotter, die ihrerseits wieder Fischfresser sind. Der Zoo Dortmund als „Schaufenster der Biodiversität“ möchte informieren und sensibilisieren über
Nahrungsketten, Ökosysteme und Artengemeinschaften – die Heimstatt der Piranhas in der Nachbarschaft der Otter ist dafür wiederum ein weiteres Beispiel.