„Macht und Pracht“ – Tag des offenen Denkmals

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Die Hohensyburg gehörte zu den Standorten des diesjährigen Denkmaltages.

Bereits zum 24. Mal beteiligte sich Dortmund am Tag des offenen Denkmals. Spannende historische Orte konnten mal aus einer ganz anderen Perspektive kennengelernt werden. Das von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vorgeschlagene bundesweite Motto „Macht und Pracht“ prägte den diesjährigen Tag. Man denkt direkt an prächtige Kirchenportale, Gebäudefassaden oder Schlossanlagen oder an Fabrikareale und Industriebauten.

50 Orte nahmen in Dortmund am Tag des offenen Denkmals teil – darunter auch die Hohensyburg auf dem Bergplateau, das sich oberhalb der Flussmündung von Lenne und Ruhr erhebt. Die hier errichteten Gebäude und Denkmäler sind ein wichtiger Teil der Geschichts- und Erinnerungslandschaft im Mittelruhrtal. Mitten in der als „Sigiburg“ bezeichneten frühmittelalterlichen Wallanlage entstand um das 12. Jahrhundert herum die Syburg, 1253 wurde sie erstmals erwähnt. Allerdings wurde die Burg bereits 1287/88 durch Graf Eberhard von der Mark zerstört. Übrig blieb nur eine Ruine mit Resten der Wehrmauer, zweier Türme sowie eines Wohnhauses. Seit 1930 befindet sich in der Burganlage das Kriegerdenkmal des Dortmunder Bildhauers Friedrich Bagdons.

Unweit entfernt steht der Vincke-Turm – der 1857 eingeweihte achteckige Aussichtsturm ist dem ersten Oberpräsidenten der Provinz Westfalen, Ludwig von Vincke, gewidmet. Durch seine Heirat mit Eleonore von Syberg gelangte er in den Besitz des gesamten Bergplateaus. Der Turm wurde an der Lieblingsstelle des Ludwig von Vincke errichtet. Auch frühe menschliche Spuren wurden hier auf dem Hochplateau gefunden. Datiert in die Mittelsteinzeit, vor rund 9.000 Jahren, fand man hier bei den klippenartigen Sandsteinfelsen des Sybergs Klingen und sogenannte Mikrolithen aus Feuerstein. Das sind bislang die frühesten Hinweise auf Aktivitäten prähistorischer Menschen am Syberg. Auch die Wallanlage auf dem Bergplateau kann bis heute nicht eindeutig zeitlich bestimmt werden. Sicher aber scheint, dass sie im achten Jahrhundert bereits vorhanden und mit Truppen des sächsischen Anführers Widukind besetzt war. Die Neuzeit brachte dem Felsplateau dann 1902 das im neugotischen Stil errichtete Kaiser-Wilhelm-Denkmal als Dreiturmdenkmal zu Ehren des „Reichseinigers“ Kaiser Wilhelm I. Dem zentralen Reiterstandbild waren ursprünglich die Standbilder Ottos von Bismarck, Helmuts von Moltke, Kaiser Friedrichs III. und des Prinzen Friedrich Karl beigeordnet. Allerdings veränderten umfangreiche Umbauarbeiten in den Jahren 1935–1936 die ursprüngliche Denkmalgruppe bewusst zugunsten der noch heute sichtbaren NS-Architektur.

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