Was tun, wenn Kinder und Jugendliche sich selbst verletzen?

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Sozialpädagoge Tobias Falke gab den Verbandsvertretern hilfreiche Tipps (Foto: Johannes Schaffeldt)

Vollversammlung des Dortmunder Jugendrings in der LWL-Elisabeth-Klinik Dortmund
Wie gehe ich als Gruppenleiter damit um, wenn ein Jugendlicher sich während einer Ferienfreizeit absichtlich selbst verletzt? Darf ich ihn oder sie darauf ansprechen? Sollte ich sofort die Eltern informieren? Diese und andere Fragen stellten die Vertreter der im Dortmunder Jugendring organisierten Verbände jetzt anlässlich ihrer Vollversammlung den Fachleuten der Dortmunder Kinder- und Jugendpsychiatrie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Mit Tobias Falke, Sozialpädagoge in der LWL-Elisabeth-Klinik Dortmund, hatten die 60 Verbandsvertreter zugleich einen Fachmann und einen der ihren an Ort und Stelle. Falke engagiert sich in seiner Freizeit unter anderem ehrenamtlich aktiv in der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg. Er und seine Kollegen, die Psychotherapeutin Anja-Christine Kopa, Ärztin Sarah Klüpfel und Sozialarbeiter Andreas Busse, gaben den Anwesenden viele praktische Tipps: „Zuerst einmal solltet ihr Ruhe bewahren und eure Beobachtung in einem sicheren Rahmen mit den Betroffenen besprechen“, lautete ein Rat des Sozialpädagogen. Auch der Einbezug der Eltern sei wichtig, so Falke. So könne man gemeinsam das weitere Vorgehen besprechen. In Kleingruppen wurden anschließend Erfahrungen zum Thema ausgetauscht und weitere Handlungsmöglichkeiten erörtert. Dabei zeigte sich ganz deutlich, dass viele Guppenleiter bereits Berührungspunkte mit selbstverletzendem Verhalten bei ihren jungen Teilnehmern hatten. Wichtig sei auch, sich im Ernstfall Hilfe bei Experten in Beratungsstellen oder auch in der LWL-Elisabeth Klinik zu holen, so Falke. Der Abend endete mit einem Klinikrundgang durch die Dortmunder Fachklinik für Kinder und Jugendpsychiatrie des LWL.