„But Is It Art?“

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War das ein Fest am 20. Oktober! Das Zehn-Jahre-UnArt-Konzert im Steigerturm hat alle Ketten gesprengt. Es war proppenvoll, extrem rhythmisch, unglaublich hitzig und absolut unvergesslich.

Und das war noch nicht alles, denn auch das elfte UnArt-Jahr startet äußerst rasant und bunt gemischt. Den Auftakt für die nächste Dekade machen am 17. November  „But Is It Art?“. Eine Band, wie sie „urgesteiniger“ kaum sein könnte, denn seit über 20 Jahren touren und turnen die Tausendsassas des Rockpopblues durch das dortmundsprachige Ruhrgebiet. Eigensinnig mit eingängigen eigenen Kompositionen, das ist die eine Seite des Quartetts. Die andere Seite der zart besaiteten Raubeine schüttelt Songs aus dem Ärmel, die irgendwann schon mal im Radio waren – und wären sie schon damals von den vier Dortmunder Jungs gekommen, hätten sie vermutlich acht Wochen lang die Top Ten blockiert. Denn die Vier wissen, was sie tun. Aber ist das Kunst? Die Antwort weiß ganz allein der Steigerturm.

Auch die zweite Band des ersten Abends am Anfang der neuen UnArt-Dekade gibt sich nominell geheimnisvoll. „Rock Well“, damit kann man auf vielen Ebenen Spaß haben, die Formation aus Schwerte und Dortmund glaubt aber auch zu wissen, dass „Rockwell“ ohne Leerzeichen eine international gebräuchliche Maßeinheit für die Härte technischer Werkstoffe ist. Uns ist das final egal, denn wir wissen: Die lassen es richtig krachen, die rocken durch alle Härtegrade der internationalen Rock- und Popgeschichte, nahezu entfesselt und garantiert ohne Weichmacher.

Zaudert also nicht zu lange am dritten Freitag im November, denn ihr wisst jetzt mehr denn je: Wer als Letzter zum Turm kommt, der geht vielleicht als Erster wieder nach Hause, weil er nicht mehr reinkommt. Natürlich gibt’s auch wieder ein wahnsinniges Catering mit Überraschungssuppe und optionalen Heizmachwürstchen, Getränke im Grenzbereich zwischen heiß und kalt und viele freundliche Gesichter und helfende Hände. Seid einfach willkommen.

But Is It Art? Eine rein rhetorische Frage, aber sie musste einfach mal gestellt werden. Rock pur. Ohne Umwege von der Werkbank auf die Bühne. So geht Kunst | Martin Bender, Gitarre, Gesang. Steht wie ein Mammutbaum auf der Bühne. Unerschütterlich, unbrennbar. Treibt seine Gitarrensounds in galaktische Sphären und schickt die Stimme hinterher. Perfekt geerdet | Heinrich Krzyszka, Bass. Kompromissloser Saitenspringer, tief verwurzelt in der Niederfrequenzwelt. Hohe Tragweite | Norbert Sasse, Schlagzeug, Gesang. Betont die Eins, die Zwei oder die Drei. Ist immer einen Schlag schneller und trotzdem im Takt. Ein singendes Phänomen | Jörg Tretow, Keyboard, Gesang. Tastet sich ran und findet immer den richtigen Ton dazwischen, denn die Welt ist nicht nur schwarzweiß. Die Nachtigall unter den Keyboardern, auch am Mikrofon.

Rock Well. Ausgefuchste Spaßmacher. Nehmen ihre Musik-Mission nicht auf die leichte Schulter. Ausgeprägte Heavy-Duty-Mentalität. Sabine, Gesang. Mehr muss nicht. Singt wie mit dem Mikrofon in der Hand geboren. Frech, fetzig, furios. Die lässt keinen kalt. Thomas, Sologitarre, Gesang. In der Ruhe liegt die Kraft. Und die ist so gewaltig, als hörte man während der Explosion das Gras wachsen | Lothar, Schlagzeug, Perkussion. BPM-Guru. Drückt alles durch, was zwischen 80 und 140 Schlägen pro Minute liegt. Mehr geht immer, und dazwischen ist ja auch noch Platz | Udo, Rhythmusgitarre, Gesang. Hat die Ruhe weg, aber es ist diese Ruhe vor dem Sturm. Und wenn die Ruhe weg ist, dann ist der Sturm da. Und Udo |  Roland, Bass. Zählmeister am Viersaiter. Stur geradeaus und dann flink um die nächste Ecke. Weiß definitiv, wo unten ist und wie das funktioniert | Georg, Keyboards, Gesang. Zählt die Tasten schon lange nicht mehr durch. Absoluter Spieler- und Siegertyp, solange es um Tasteninstrumente geht. Tastet sich wirklich an alles ran, immer mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen.

UnArt – Kunst & Konzerte im Steigerturm Berghofen
Freitag, 17. November 2017
Alte Feuerwache Steigerturm, Berghofer Schulstraße 12
Einlass 18.30 Uhr, Beginn 19 Uhr, Ende 22 Uhr
Eintritt frei, Verzehrbon 5 Euro, Jugendliche unter 18 Jahre 2,50 Euro
Parken entlang der Berghofer Straße und vor dem Rewe-Supermarkt. Keine Parkmöglichkeit am Steigerturm

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