Westfälischer Handelspreis für Mengeder „Buchhandlung am Amtshaus“

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(v. l.) Martin Berlinghoff (Nationalbank AG Dortmund), Christine Earley (Buchhandlung), Michael Nau (Buchhandlung), Thomas Westphal (Stadt Dortmund) und Thomas Schäfer (Handelsverband NRW) freuen sich über die Auszeichnung. (Foto: Handelsverband)

Der Westfälische Handelspreis ist ein mit 5000 € dotierter Preis, der seit 2001 jährlich an eine/n Inhaber/in eines Einzelhandelsbetriebs aus dem Westfälischen Ruhrgebiet verliehen wird. Ausgerichtet wird die Preisverleihung von der National Bank Dortmund, der Stiftung des Handels und dem Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland.

Bewerben kann man sich nicht – ein Gremium aus Handelsexperten ernennt die Nominierten, und so wird bereits die Nominierung zum Westfälischen Handelspreis als Auszeichnung verstanden. In der Jurysitzung wird der jährliche Preisträger bestimmt. Die Bekanntgabe des Preisträgers findet traditionell erst bei der festlichen Preisverleihung vor geladenen Gästen im Westfälischen Industrieklub in Dortmund am Alten Markt statt.

Gewinner des Westfälischen Handelspreises 2019 ist Michael Nau, Buchhandlung am Amtshaus in Dortmund Mengede. Er setzte sich gegen drei mitnominierte Bewerber aus der Region Dortmund, Hamm und Kamen durch.

Nach der filmisch begleiteten Präsentation aller Kandidaten verkündete Heinz-Herbert Dustmann, stellvertretender Vorsitzender des Handelsverbands NRW Westfalen-Münsterland, vor etwa 100 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung die Entscheidung der Jury, in der neben der National-Bank AG und dem Verband auch Fachleute aus dem Handel sitzen.

In seiner Laudation baute Laudator Heinz-Herbert Dustmann einen Spannungsbogen auf und begründete zuerst die Entscheidung der Jury, bevor er Michael Nau als Preisträger verkündete:

„Mit dem Westfälischen Handelspreis 2019 wird eine unternehmerische Persönlichkeit geehrt, die es Tag für Tag schafft, sich in einem hart umkämpften Markt zu behaupten, die Menschen begeistern kann und die nach unserer festen Überzeugung die Anforderungen der Zukunft meistern wird. Denn die Person zeigt unglaubliches unternehmerisches und privates Engagement und hat immer wieder viele neue Ideen, die andere Unternehmen mit einbezieht, die Kunden an das Geschäft bindet und auch Nicht-Kunden schlicht Spaß bereitet. So ist die Person zum Beispiel so innovativ, dass die Kundinnen und Kunden auch mal nach Geschäftsschluss in Ruhe stöbern dürfen. Gleichzeitig wird die Person dem gesellschaftlichen Auftrag nach Bildung und Ausbildung gleich in mehrfacher Hinsicht gerecht: Einerseits wird regelmäßig ausgebildet – und das kontinuierlich seit vielen Jahren. Eine ganz tolle Sache! Andererseits werden Menschen aller Generationen – und insbesondere die Jüngsten – an eine Kulturtechnik herangeführt, ohne die unser Leben nicht vorstellbar wäre: das Lesen. Dazu mobilisiert unser Preisträger gerne auch den ganzen Stadtteil. Ich sage nur: der Räuber Hotzenplotz. Der war nämlich ausgebrochen und suchte Unterschlupf in verschiedenen Mengeder Geschäften. Aber nicht nur die Einzelhändler machten mit, auch die Polizei war dabei, die passenderweise am verkaufsoffenen Sonntag auf die Jagd nach dem Verbrecher ging. Ein schönes Beispiel für die erfolgreiche Kombination von Vernetzung und Leseförderung.“

In ihrer Begrüßung waren sich Martin Berlinghoff, Prokurist der National-Bank AG Niederlassung Dortmund, und Thomas Schäfer, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands NRW Westfalen-Münsterland einig: „Das Entscheidende, was das stationäre Einkaufen gegenüber dem Onlinegeschäft immer noch und weiter hervorhebt, sind Emotionen, Begegnungen und Erlebnisse.“

Thomas Westphal, Wirtschaftsförderer der Stadt Dortmund, überbrachte das traditionelle Grußwort der Stadt Dortmund. Das musikalische Programm wurde von Marie Sist und Uwe Rössler gestaltet.

Gerade in Zeiten von Internetshopping und E-Books setzt Michael Nau auf die Nähe zu seinen Kunden. Aktionen wie das kostenlose Ausleihen eines Lastenfahrrads, Gratis-Popcorn für Kinder zum Ferienbeginn, eine Puzzle-Spendenaktion zu Gunsten des Mengeder Ferienspaßes und regelmäßige Autorenlesungen in der Buchhandlung sind neben der bereits erwähnten Jagd auf Räuber Hotzenplotz nur einige Beispiele dafür. Es bleibt zu wünschen, dass die „Buchhandlung am Amtshaus“ mit Michael Nau und seinem Team in dieser Form dem Stadtbezirk Mengede noch lange erhalten bleibt.

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