Von Zollern aus zurück in der Zeit – kein anderer Rummel ist wie „Once upon a time“

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Da, wo der Rummel zu Ende ist, tauchte die „Nautilus“ von Arthur van Poppel auf. Das feuerspeiende gelbe U-Boot wirkte ebenfalls wie ein kleines Zeitmaschinchen. Van Poppels Musikauswahl allerdings war etwas neuzeitlicher. Lieblingskünstler: John Denver. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Gerade mal fünf Jahre ist sie alt, die „Nostalgiekirmes“ auf Zollern, aber was heißt das schon bei einer Veranstaltung, die ihre Besucher von Beginn an mit auf eine Zeitreise genommen hat?

So dürfte „Once upon a time“ bereits jetzt einen festen Platz im Freizeitkalender vieler Menschen aus Dortmund und Umgebung haben. Nach Bövinghausen treibt es diese, um sich an fantasievollen bis irrwitzigen Kostümen zu berauschen, den Flair historischer Fahrgeschäfte zu genießen oder sich von den zahlreichen hochklassigen Gauklern und Straßenkünstlern zum Staunen und Lachen bringen zu lassen. Und das besondere Flair des Geländes mitsamt Jugendstilhalle und schnaufender Dampflok gibt‘s ja serienmäßig noch dazu.

Zum Rekordbesuch des vergangenen Jahres indes dürfte es bei der jüngsten Neuauflage am Pfingstwochenende nicht gereicht haben, was an einer Kombination aus durchwachsenen Wetterprognosen und angehobenen Eintrittspreisen gelegen haben könnte. So tummelten sich unter einem zumeist bewölkten Himmel auf dem Veranstaltungsgelände immer noch viele Gäste, doch gerade am ersten Tag war es nicht überall durchgehend „trubelig“.

Angesichts der Sturmwarnungen vom Samstag erwies es sich als weise Voraussicht der Veranstalter, diesmal auch die Lohnhalle der alten Zeche als Ort für Live-Acts zu nutzen. Hier hatten sowohl das Puppentheater als auch der Kinderzirkus „Salasas Jahrmarkt der Wunder“ ausreichend Raum, um bei den jüngsten Besuchern regelmäßig für Verzückung und Gelächter zu sorgen. Eine Tür weiter, im Foyer der Halle, kam einer ebenfalls beim Nachwuchs ausgesprochen gut an: Jongleur und Einradartist Dino Lampa, erstmals auf Zollern dabei, verblüffte immer wieder mit halsbrecherischen Tricks, in die er immer wieder kleine „Assistenten“ aus dem Publikum integrierte.

Vermisst haben allerdings könnte manch ein Zeitreisender den vierschrötigen Dr. Marrax, nicht umsonst auf Flyern und Plakaten immer noch eines der Gesichter der Veranstaltung. Doch selbst Wunderheiler gehen eben eines Tages in den wohlverdienten Ruhestand – wenngleich sie, wie hier, dabei eindeutig eine Lücke hinterlassen.

Wie hochkarätig die Künstlerriege der Nostalgiekirmes vom zwielichtigen „Meister Eckart“ über den zerknautscht-schrulligen „Monsieur“ bis zu den Feuerakrobaten von „Chudadlo“ aber auch ist: Endgültig „rund“ wird die Angelegenheit erst durch die Fantasie ihrer Gäste. Und auch diesmal machte die Steampunk-Szene aus dem Zechengelände wieder eine einzige große Flaniermeile. Federhüte, Mäntel mit Intarsien oder gar ein Rock, in den ein komplettes Kinderkarussell eingearbeitet war: All dies konnte hinter der nächsten Ecke lauern und für einen weiteren „Hast du das gesehen?“-Moment sorgen.

So ist und bleibt „Once upon a time” also ein Rummelplatz der Überraschungen – und was könnte die Menschen neugieriger machen?

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