SV Westrich landet beim Hallenfußball historischen Coup

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Der B-Kreisligist landete bei Stadtmeisterschaft unter den besten Acht. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Über Jahre hinweg war der Dortmunder Westen, was die hiesige Hallenfußball-Stadtmeisterschaft angeht, ein nahezu weißer Fleck auf der Karte, und schon das Erreichen der Zwischenrunde fiel für die Vereine eigentlich eher in die Rubrik „rühmliche Ausnahme“. Seit Ende 2018 aber stammen die spektakulären Hallen-Geschichten plötzlich aus dem Stadtbezirk Lütgendortmund.

Waren es beim letzten Turnier die Spieler des TuS Bövinghausen, die – damals nur ein Geheimtipp – sämtlichen Favoriten die Zähne zeigten und sich schließlich im Finale gegen Brünninghausen sogar die Krone aufsetzten, sorgte bei der Neuauflage der SV Westrich für die ganz besonderen Momente. Für den B-Kreisligisten war die Bezeichnung „Underdog“ im Grunde noch eine Untertreibung, restlos niemand außer die Treuesten der eigenen Anhänger dürfte ihn vor Beginn des Spektakels auf der Rechnung gehabt haben. Doch damit hatten sich die Experten augenscheinlich verrechnet, kämpfte sich der krasse Außenseiter doch fast ohne Niederlage durch Vor- und Zwischenrunde und sicherte sich auf diese Weise das Ticket für die Helmut-Körnig-Halle.

Und dabei konnte beim Team von der Hangeneystraße keineswegs von Losglück die Rede sein: Sowohl der spätere Turniersieger BSV Schüren als auch der ASC aus Aplerbeck – als Westfalenligist schlappe fünf Klassen über den Westrichern angesiedelt – trat gegen die Grünhemden an, ohne als Sieger vom Platz zu gehen.

Schlüssel des Erfolges war vor allem die starke Defensive, von deren Einsatzwillen sich auch manch ein Profi noch eine Scheibe abschneiden könnte. Außerdem ging der Matchplan von Coach Tobias Ahland und seinen Mannen, den Gegner anlaufen zu lassen und dabei entstehende Fehler schnell auszunutzen, dank der Ungeduld manch eines höherklassigen Teams voll auf.

Mit dem Erreichen des Viertelfinales setzten die Kicker aus Dortmunds Westen an der Strobelallee schließlich den Punkt aufs I – um den letzten B-Kreisligisten, dem dies gelungen ist, zu recherchieren, muss man rund 30 Jahre zurückblättern!

Dass dieser Coup in einem von beiden Seiten äußerst passiv geführten letzten Gruppenspiel gegen den Hombrucher SV perfekt gemacht wurde, wurde von Teilen des Publikums verständlicherweise mit Pfiffen quittiert. Mehr Initiative allerdings hätte man in dieser Situation deutlich eher vom Landesligisten erwarten müssen als vom Außenseiter kurz vor seinem spektakulärsten Triumph.

Das Aus kam schließlich in der Runde der letzten Acht im West-Derby gegen die (geographischen) Nachbarn aus Bövinghausen, aber ungeachtet der räumlichen Nähe war der Titelverteidiger ja auch ein ausgesprochener Turnier-Goliath.

So machte der SV Westrich etwas während dieser Hallenmeisterschaften für ihn völlig Neues: er verlor ziemlich deutlich. Die Anhänger des Vereins allerdings wussten diese Niederlage einzuordnen und kamen am zweiten Januarsamstag aus dem Feiern trotzdem gar nicht mehr raus.

Vom Schwung des Hallen-Coups hofft Coach Tobias Ahland jetzt möglichst viel in den Liga-Alltag exportieren zu können. Gegen eine weitere Erfolgs-Story im Dortmunder Fußballwesten hätte man an der Hangeneystraße jedenfalls nichts einzuwenden!

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