„nordwärts“: Sachstandsbericht zum Forschungsprojekt „Zukunft Stadt-Region-Ruhr“ (ZUKUR)

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Symbolfoto: pixabay

Der Verwaltungsvorstand hat in seiner heutigen Sitzung am 8.01.2019 den Sachstandsbericht zum Forschungsprojekt Zukunft Stadt-Region-Ruhr (ZUKUR) zur Kenntnis genommen und die Weiterleitung der Vorlage an die politischen Gremien veranlasst.

Projekt für Marten
Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt ZUKUR knüpft an bereits angelaufene Veränderungs- und Entwicklungsprozesse im Stadtteil Marten an. Ziel ist es, bedarfsorientierte Lösungsansätze zum nachhaltigen und partizipativen Stadtumbau zu entwickeln und auch zu erproben. ZUKUR soll Handlungsempfehlungen erarbeiten wie es gelingen kann, mögliche sozial-ökologische Ungleichheit in der Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung zu reduzieren. Im Fokus stehen mögliche Veränderungen der Lebensqualität für die Menschen in den Quartieren, die durch den Klimawandel entstehen könnten.

„Meilenstein“ als zentraler Treffpunkt
Das Projekt hat im Herbst 2017 gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Dortmund, dem Martener Forum e. V. und anderen den ehemaligen Volksbankstandort in der Meile 2 bezogen. Im neuen „Meilenstein“ finden Workshops, projektbezogene Besprechungen und auch Abendveranstaltungen statt. Der zentrale Treffpunkt für die Menschen aus Marten, die Projektbeteiligten aus Forschung und Praxis, die stattfindenden Aktivitäten, das gemeinschaftliche Arbeiten und die kooperative Öffentlichkeitsarbeit steigert die Sichtbarkeit des Quartiers und das studentische Interesse am Wohnstandort Marten.

Wohnort für Studenten
Bei den in den vergangenen Jahren durchgeführten Bürgerdialogen wurde stets der Bedarf der Bürgerinnen und Bürger nach einer Anlaufstelle zum einen für das „Martener Forum“ und zum anderen als Ort der Begegnung geäußert. Die Ergebnisse der „nordwärts“-Beteiligungsverfahren haben dieses Anliegen bestätigt und darüber hinaus den Wunsch der Bürgerschaft gezeigt, die Siedlungs- und Freiräume vor Ort stärker zu vernetzten. Gleichermaßen besteht vor Ort der Bedarf nach Entwicklung des Nebenzentrums und der strukturellen Etablierung des Quartiers als studentischer Wohnort.

Im ganzen Projekt wird laufend analysiert, ob und wie sich die verschiedenen Angebote und Formate auf Beteiligungsprozesse- und verfahren auswirken. Ein weiterer Projektschwerpunkt zielt auf die Stärkung der Menschen vor Ort ab.

Das Förderprojekt „ZUKUR“ schafft wesentliche Grundlagen zur Qualifizierung der „nordwärts“-Teilprojekte „Klimainseln“ und „Getrennt durch die B1 – Marten und die Universität“. Es realisiert zudem die lange gewünschte Einrichtung der Anlaufstelle.

Die entwickelten Handlungsempfehlungen sollen auch zukünftige Stadtentwicklungsmaßnahmen qualifizieren. Ziel ist es auch, eine positive Akzeptanz für nötig werdende Maßnahmen bei den Menschen vor Ort zu erreichen – damit die Legitimation von politischen Entscheidungen zu stärken. Für einzelne der entwickelten Maßnahmen soll die Beantragung investiver Mittel zur Quartiersentwicklung geprüft werden.

Innovationsgeber
ZUKUR ist überregional bedeutsam, die Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen werden auf die landes- und bundespolitische Ebene übertragbar sein. Damit gelingt es den „nordwärts“-Akteuren erneut Innovationsgeber für neue Konzepte der Stadtentwicklung zu sein. Anfang 2019 werden die ersten Ergebnisse vorgestellt und mit den politischen Entscheidungsträgern diskutiert.

Zum Hintergrund
Die Koordinierungsstelle „nordwärts“ hat in dem Projekt die Aufgabe, die Ansprache und Einbindung der Menschen vor Ort sowie der Akteure aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft zu koordinieren. Die durch die Projekte gewonnenen Erkenntnisse fließen sowohl in die Weiterentwicklung und Qualifizierung der Beteiligungsformate des Projektes „nordwärts“ als auch in zukünftige gesamtstädtische Beteiligungsprozesse ein. Dortmund steht damit Modell für die Entwicklung von Empfehlungen zu nachhaltigen Partizipationsverfahren und -strukturen, die auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene übertragbar sein sollen.

Zum Projektverbund gehören neben der Koordinierungsstelle „nordwärts“ der Stadt Dortmund der Regionalverband Ruhr (RVR), die Stadt Bottrop und die Technische Universität Dortmund, Fakultät Raumplanung. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre