Lüdos Kirmes: Verhaltener Start, starker Endspurt

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Lüdos fliegender Teppich hatte offensichtlich Suchtpotential. Ein robuster Magen war aber definitiv Voraussetzung. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Früher war die Lütgendortmunder Kirmes immer so etwas wie das gefühlte Ende des Sommers. Wahrscheinlich auch, weil zumeist unmittelbar darauf die großen Ferien zu Ende gingen. Und da der Wettergott wusste, was man von ihm erwartete, fing es am Ende des Spektakels dann auch gerne mal an zu nieseln. Am Dienstagmorgen also, nach einigen obligatorischen Extra-Stunden im Piano. Aber vielleicht basteln die Erinnerungen sich das auch nur zurecht!

In diesem Jahr jedenfalls hielt sich das Klima nicht ans „Skript“. Weder zuvor in den Wochen dieses „zweitheißesten Sommers“, noch – leider – am letzten Augustwochenende. Da nämlich haute Schmuddelwetter gerade am Samstag den Schaustellern des Traditionsrummels merklich in die Parade. Auch die innerstädtische Event-Konkurrenz fuhr mit Mikro-Festival, Heidemarkt, Westparkfest und einigem mehr auf wie nie zuvor in diesem Jahr, so dass die Zwischenbilanz der Verantwortlichen eher durchwachsen ausfiel.

Pessimisten allerdings wurden am Montag eines Besseren belehrt, denn kaum kehrte die Sonne zurück, holten sich die Menschen aus Lütgendortmund und Umgebung doch noch ihr diesjähriges Kirmeserlebnis. Im Nu drängelten sich die Besucher wieder im Ortskern, und der Traditionsrummel bewährte sich auch bei seiner 659. Auflage als das, was er schon so lange ist: eine große Wiedersehensparty – denn schließlich ist gerade der letzte Kirmestag von jeher Pflichttermin der Einheimischen. Voll wurde es vor allem an den großen Getränkeständen, wie z. B. vor den Gemeindehäusern oder am Café Blickpunkt. Hier waren es, falls man zwischendurch mal variieren wollte, zudem nur wenige Meter bis zu Ueckers Weinstand.

Mehr denn je ein Kirmesthema allerdings waren leider auch die hier und da eklatanten Lücken zwischen den Verkaufsständen. Ein Umstand, der bekanntlich in verschärften Sicherheitsvorkehrungen in Folge des Loveparade-Unglücks wurzelt, der aber – etwa rings um die Einmündung des Hofstadtwegs auf die Limbecker Straße – in den letzten Jahren noch augenfälliger geworden zu sein scheint. Zumal im gleichen Zuge auch die eine oder andere heiß geliebte Attraktion aus dem Gesamtbild verschwunden ist. Das Kentucky Derby beispielsweise wurde von so manchem Besucher schmerzlich vermisst.

Am wenigsten sicherlich noch von den jüngeren Besuchern, die im fliegenden Teppich aus 1001 Nacht oder dem Fahrgeschäft „High Impress“ einmal mehr spektakuläre Attraktionen vorfanden, welche dem gesetzteren Kirmesgänger beim Zusehen den Schweiß auf die Stirn treiben. Bis tief in den Abend drehten sich die Highlights begleitet vom Kreischen der Insassen in den Nachthimmel, dann war es Zeit, gemeinsam das Feuerwerk zu bestaunen.

Und noch ein ganzes Stückchen später hieß es – im Übrigen ohne einen einzigen Tropfen Regen – einmal mehr Abschied nehmen von Bartholomäuskirmes und Sommersaison. Und voneinander. Sehen wir uns wieder? Klar – spätestens in einem Jahr!

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