Kein Luxusgut, sondern ein Lebensmittel – „KulturPott.Ruhr“ macht Kultur für alle zugänglich

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Im Laufe seines fast zehnjährigen Bestehens hat der KulturPott.Ruhr schon so einiges bewegt. Monika Rößler (Meilenstein), Heinz Briefs (Vorstandsmitglied KulturPott.Ruhr), Angelika Welzel (Mitarbeiterin KulturPott.Ruhr), Birgit Blömeke (Vorsitzende KulturPott.Ruhr) und Ingo Rößler (Meilenstein, v. l.) halten das Motto in die Kamera und freuen sich über die Eröffnung der neuen „Zweigstelle“ in Marten. (Foto: IN-StadtMagazine)

Es stimmt ja nun mal: Der Mensch lebt eindeutig nicht vom Brot allein. Was allerdings hierzulande lange noch nicht alle in die Lage versetzt, sich dieses Lebensmittel auch wirklich leisten zu können. Es geht also nicht einfach nur um ein bisschen mehr oder weniger Unterhaltung, sondern um ein Grundbedürfnis, wenn man Menschen dabei hilft, am kulturellen Leben teilzuhaben.

Aus diesem Grundgedanken heraus gründete sich 2010 – also im „Kulturhauptstadtjahr“ – der Verein KulturPott.Ruhr, der sich aktiv dafür einsetzt, den im Ruhrgebiet lebenden Menschen den Zugang zu Kunst und Kultur zu eröffnen, insbesondere wenn die individuellen finanziellen Bedingungen dies erschweren. Im zehnten Jahr ihres Bestehens kann die gemeinnützige Organisation auf ein Netzwerk von 16 Standorten mit 70 ehrenamtlichen Mitarbeitern zurückgreifen und hat bereits mehr als 114.000 Tickets vermittelt.

Die 16. und jüngste Zweigstelle ist nun seit Anfang März in der Martener Nachbarschaftswerkstatt „Meilenstein“ untergebracht. Jeden Donnerstag zwischen 18.30 und 20.30 Uhr nehmen Angelika Welzel und Inga Lehmann nun Anrufe entgegen und stehen auch für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Das Wirkprinzip des KulturPotts ist dabei ganz einfach: Auf der einen Seite werden Karten zu Kulturveranstaltungen akquiriert, darunter Vorstellungen im Fletch Bizzel und Roto-Theater, Besuche im BVB-Museum, Zirkusgastspiele u. v. m. Manche dieser Tickets sind sog. Restkarten, andere werden dem Verein aus gesellschaftlichem Engagement heraus zur Verfügung gestellt.

Auf der anderen Seite gibt es die Gäste des KulturPotts. Dessen Vorsitzende Brigitta Blömeke kennt die prinzipielle Scheu vieler Menschen, sich um soziale Hilfsleistungen zu bewerben, unterstreicht allerdings, man könne „Kulturgast“ werden, sofern das eigene Nettogehalt einen Betrag von 1064 € nicht übersteige: Der Kreis der Anspruchsberechtigten dürfte also deutlich größer sein als zunächst einmal angenommen.

Auf einem Anmeldeformular vermerkt der künftige Kulturgast seine persönlichen kulturellen Interessen, die er kurz darauf in einem persönlichen Gespräch mit einem Mitarbeiter noch ein wenig ausdifferenzieren kann.
Ist man schließlich in die KulturPott-Datenbank aufgenommen, wird telefonisch oder per Mail informiert, sobald in Frage kommende Tickets zur Verfügung stehen. Die Organisatoren bemühen sich hierbei selbstverständlich um Fairness und eine gleichmäßige Verteilung; auf rund zwei Benachrichtigungen pro Monat aber darf sich jeder Teilnehmer freuen.

Abgegeben werden grundsätzlich zwei Karten, wobei nur eine Person die Voraussetzungen zur Förderung erfüllen muss. Die Tickets werden nicht verschickt, sondern an den jeweiligen Kassen hinterlegt und können dort schlussendlich regulär in Empfang genommen werden.

Fast 10.000 Gästen konnte der fast vollständig ehrenamtlich getragene Verein auf diese Weise bereits die Teilnahme an Kulturspektakeln ermöglichen, und der Veranstalterpool ist im Laufe der Zeit auf stattliche 320 Adressen angewachsen.
Luft nach oben gibt es in Dortmund trotzdem noch, schließlich war der KulturPott Ruhr e. V. hier bislang lediglich in Hörde präsent. Aber das hat sich ja jetzt geändert!

Das einfache Konzept des engagierten Vereins bietet eine Fülle von Möglichkeiten, das eigene Leben kulturell zu bereichern, und die Martener Mitarbeiterinnen gehen ihre Aufgabe voller Elan an. Der Martener Meilenstein spielt also eine weitere Trumpfkarte, die es lohnt sich anzusehen. Denn der Mensch lebt eben nicht vom Brot allein.

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