Ein DJ auf der Kommandobrücke – Bövinghausens neuer Coach Thorsten Legat steht von Beginn an im Fokus

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Ex-Bundesligaprofi Thorsten Legat (r.) und sein Co-Trainer Dirk Abel wollen in den nächsten Jahren in Bövinghausen einiges bewegen. Die öffentliche Aufmerksamkeit dürfte ihnen dabei sicher sein. (Foto: IN-StadtMagazine)

TuS-Chef Aryan Dzaferoski lässt selbst keinen Zweifel daran, wie bedeutsam eine gute Öffentlichkeitsarbeit aus seiner Sicht für einen Amateurfußballclub ist. Mehr Publicity dürfte sich schließlich in der Regel in Form von mehr bzw. finanzstärkeren Sponsoren niederschlagen. So gesehen hat der TuS Bövinghausen mit seinem neuen Coach definitiv einen Coup gelandet.

Denn solch eine schillernde öffentliche Person wie Ex-Profi Thorsten Legat alias „DJ Kasalla“ am Sportplatz an der B 235: diese Nachricht dürfte so manch einer zunächst für eine „Ente“ gehalten haben. Inzwischen allerdings weiß Fußball-Deutschland, dass es sich hierbei um nichts als die Wahrheit handelte, und das allgemeine Interesse ist enorm. Auch unserer Zeitung beantwortete Bövinghausens „Neuer“ vor Ort einige Fragen. Dabei benannte er vor allem seine langjährige Freundschaft zum TuS-Präsidenten und das ihm erläuterte Konzept als Gründe dafür, sich in der Landesliga zu engagieren. Legat und Dzaferoski kennen sich von gemeinsamen Tagen bei Westfalia Herne, und der ehemalige Bundesliga-Kicker unterstreicht, er sehe im Clubchef im Grunde „einen Bruder“. Bedenken, der mediale Wirbel könne das Bövinghauser Alltagsgeschäft womöglich an den Rand drängen, lässt er nicht gelten. Allerdings: Präsenz in den Sozialen Medien gehöre „natürlich auch dazu“. Sein Malocher-Image hat der gebürtige Bochumer im Übrigen nicht von ungefähr, auch im Interview betont er, wie wichtig ihm harte, konzentrierte Arbeit für den Erfolg sei. Taktisch wiederum sieht Legat sein Team vor allem als Mannschaft, die den Gegner mit hohem Tempo und individueller Qualität auskontert.

Lieber noch als die Taktik aber rückt der 50-Jährige Konzept und „Wir-Gefühl“ des Clubs in den Fokus. Genau hier allerdings sind Zweifel angebracht, denn das Team der Bezirksliga-Überflieger zerstreut es, wie man inzwischen weiß, in der neuen Saison in alle Winde. Und während der neue Coach die Gründe hierfür eher in mangelnder Leistungsbereitschaft der scheidenden Kicker verortet, beklagten sich von diesen einige zuletzt über nachlassenden Mannschaftsgeist und zu geringe Wertschätzung.

Ein zumindest irritierender Aspekt ist in diesem Zusammenhang die neue Rolle von Ex-Spielertrainer Sven Thormann, der auch in den Augen von Aryan Dzaferoski als Architekt der zurückliegenden Erfolge gilt. Das von Thormann gebaute „Haus“ allerdings dürfte in der nächsten Spielzeit nur noch in Resten zu erkennen sein, und der 29-Jährige selbst ist zur neuen Saison lediglich noch Kicker und wurde nicht in den Trainerstab integriert. Dies alles klingt dann doch nach gar nicht mal wenig Konfliktpotential im Team des aktuellen Hallen-Stadtmeisters – und dass Thorsten Legats Fallhöhe spätestens angesichts des Rummels der vergangenen Wochen enorm wäre, dürfte auch dem Ex-Profi selbst klar sein.

Andererseits ist dieser Rummel für ihn selbst zweifellos ein alter Bekannter, und eine faire Chance hat schließlich jede neue Führungskraft verdient.

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