Der Geruch von Sägespänen – Marienborn-Kids waren „Stars in der Manege“

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Die bekannte Geschichte des „Zauberers von Oz“ hielt als roter Faden die Aufführungen der Kinder zusammen. Fotos: IN-Stadtmagazine

Der Zirkus kam nach Lütgendortmund – die Stars der Vorstellungen allerdings hatten größtenteils erst drei Tage zuvor erstmals Manegenluft geschnuppert. Es waren nämlich die Schülerinnen und Schüler der Marienborn-Grundschule, die hier als Fakire oder Artistinnen, als Jongleure oder Clowns das insgesamt viermal vollbesetzte Zelt auf dem Gelände am Knappschaftskrankenhaus begeisterten.

Ihre Rollen hatten sich die Kinder zu Anfang der Projektwoche selbst aussuchen dürfen – und offensichtlich waren die Interessen so gleichmäßig verteilt, dass alle Wünsche von den Verantwortlichen des Zirkus „Zauberland“ erfüllt werden konnten. Ab Dienstag ging es dann an die Arbeit: Texte auswendig lernen, Kunststücke einproben, Choreografien üben. Parallel dazu wuchs selbstverständlich die Aufregung. Am Morgen vor der Premiere schlug das Herz dann bei fast allen bis zum Hals. „In den ersten Sekunden dachte ich, ich werde ohnmächtig“, bekennt beispielsweise eine Nachwuchsjongleurin beim Interview freimütig.

Doch vom Applaus des Publikums getragen, wurde es schließlich für die komplette Truppe ein tolles Erlebnis. So toll, dass nicht wenigen der Abschied von der Manege enorm schwerfiel. „Ich hätte das noch eine Woche weitermachen können“, lässt einer der Magier keinen Zweifel an seiner Begeisterung. „Oder auch ein Jahr“, wirft die 8-jährige Maja ein, die allerdings ihr ganz eigenes Rezept anwendete, um mit dem Abschiedsschmerz klarzukommen: Nach Ende der Vorstellungen schlüpfte sie nochmal ins Zelt und nahm sich für zu Hause ein paar Hände voll Sägespäne mit.

Ein Abenteuer, von dem noch lange erzählt werden wird, war es für sie alle. Nur die Zauberer müssen sich ein bisschen zurücknehmen. Wie der Schwertertrick funktioniert, wissen sie jetzt nämlich. Aber Berufsehre ist Berufsehre: verraten wird nix!