Das Ruhrgebiet und seine „Logos“ – Ausstellung auf „Zollern“

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Als es den Bergbau noch gab, demonstrierte man u. a. über Anstecknadeln seine Zugehörigkeit. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Über vier Monate ist sie schon alt, die derzeitige Ausstellung in der Alten Werkstatt „auf Zollern“, und lief doch bislang weitgehend unter dem Radar, weil der überall präsente Virus nun mal nicht viel Raum ließ für Folklore. Und somit eben auch nicht für „Revierfolklore“ – denn dies ist der Titel der Sonderausstellung, die sich im Bövinghauser Industriemuseum seit dem 28. Februar durchaus differenziert mit dem Selbstverständnis unserer Region auseinandersetzt.

Denn was früher einmal knallharter Lebensalltag war, hat im Laufe der letzten Jahrzehnte in ungezählten mal ernsten, mal kuriosen und oft genug kommerziellen Formen Einzug in unseren Alltag gefunden. Ganz bewusst widmet man sich auf Zollern also den „kleinen Dingen“ der neuen Ruhrgebietsidentität und präsentiert ein Spektrum, das von historischen Grubenlampen über einen Wandteppich bis zu Skurrilitäten wie Bade-Enten in Kumpelkluft reicht.

Beleuchtet wird zudem, wie etwa Knappenvereine die Traditionen der Region pflegen, König Fußball die Symbole der Industriegeschichte zu nutzen weiß und sich die hiesige Musik- und Filmszene immer wieder gern bei Ruhrgebietsklischees bedient. Dass in dieser Ausstellungsabteilung Hörproben den Gesamteindruck runden, ist da nur konsequent: Von Wolle Petry bis zum Bergbauchor gibt es einige Tonbeispiele zu entdecken.
„Revierfolklore“ entwirft das Bild einer Region, in der sich Bergbau- und Montanindustriesymbole längst zu Zeichen der Identifikation mit der eigenen Heimat entwickelt haben.

„Revierfolklore“ läuft noch bis einschließlich zum 25. Oktober 2020. Über den regulären Museumseintritt hinaus fallen für die Besucher keine Kosten an. Gleiches gilt die Ausstellungsführungen, die – mit begrenzter Teilnehmerzahl – an jedem Sonntag um 16 Uhr starten.

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