Aus Konkurrenten werden Partner – JSG SG Urania Lütgendortmud

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Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Die Fußballlandschaft in Lütgendortmund stellt sich ab Sommer neu auf.

Die Jugendabteilungen der langjährigen Konkurrenten SG und SV Urania Lütgendortmund starten ab dem 1. Juli als Jugendspielgemeinschaft. Was lange Zeit undenkbar war, hat sich in vielen Gesprächen und Diskussionen als sinnvollste und perspektivischste Lösung für den Lütgendortmunder Jugendfußball erwiesen.

„Wir haben die Zeichen der Zeit erkannt“, erklärt Georg Werkmeister, Jugendleiter vom SV Urania Lütgendortmund. „Es wird aufgrund der geburtenärmeren Jahrgänge und vieler gesellschaftlicher Veränderungen immer schwieriger, Kinder und Jugendliche langfristig für den Vorortfußball zu begeistern. Daher kommt es zu Situationen, in denen sich mehrere Vereine um dieselben Kinder bemühen und zwangsläufig nicht alle Altersklassen besetzt werden können. Zudem finden sich auch in Traditionsvereinen wie unserem häufig nicht mehr genügend Ehrenamtliche, die zur Übernahme von Vereinsämtern und Aufgaben bereit sind. Gemeinsam mit der SG relativiert sich all das dann deutlich.“

Auch auf der anderen Lütgendortmunder Seite sieht man die neuen Möglichkeiten sehr positiv. Oliver Brinkmann, Jugendleiter der SGL meint: ,,Durch die Zusammenlegung beider Jugendabteilungen mit dann fast 300 Aktiven können wir wieder alle Altersstufen besetzen und hoffen, dass wir so für viele talentierte Kinder und auch Sponsoren deutlich interessanter werden. Nahezu alle Teams werden künftig von Lizenztrainern trainiert, wir können zwei Plätze nutzen und in den nächsten Jahren wollen wir es so den großen Vereinen aus dem Dortmunder Süden etwas schwerer machen, die guten Fußballer aus Lütgendortmund zu entführen. Zudem starten wir in der A-, B- und der E-Jugend in den höchsten Klassen auf Kreisebene und in der C- und D-Jugend mindestens in der zweithöchsten. Beide Mädchenabteilungen ergänzen sich ebenfalls sehr gut. Das Gesamtpaket bringt also einiges Potential mit sich“.

Begleitend wird in den Hauptvereinen an einer Fusion im Sommer 2019 gearbeitet, bei der dann beide Vereine komplett in einem neuen, gemeinsamen Verein zusammenwachsen. ,,Wir hoffen“, so Volker Schneider vom SV Urania, ,,dass wir, wenn es darauf ankommt, allen unseren Mitgliedern die Überlegungen und Argumente für eine Fusion so deutlich machen können, dass emotionale Vergangenheitsgeschichten bei der entscheidenden Abstimmung keine wichtige Rolle mehr spielen“.