Wenn Deutschunterricht auf Live-Performance trifft – Bas Böttcher zu Gast am BBG

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„Traut euch!“ Im Praxis-Workshop gab es reichlich Profi-Tipps, um den Einstieg in die Sprachakrobatik zu erleichtern. (Fotos: In-StadtMagazine)

Die Wahrheit liegt auf’m Platz: Das trifft auf Fußball zu, kann aber auch im Deutschunterricht gelten. In der Aula des Bert-Brecht-Gymnasiums jedenfalls dokumentierte Bastian „Bas“ Böttcher im Januar, welche Live-Qualitäten der virtuose Umgang mit Sprache haben kann.

Inmitten der immer noch recht jungen und – nach Worten des Gastes – nach wie vor recht familiären Poetry Slam-Szene ist der gebürtige Bremer einer der ganz großen Namen – deutscher Meistertitel inklusive.

In der Kirchlinder Aula mixte der 44-Jährige zahlreiche Beispiele des eigenen Schaffens mit kurzweiligen Erläuterungen zum eigenen Werdegang wie auch zu seinem „Handwerk“. Welche Bedeutung etwa hat Rhythmus in der Sprache? Und wie kann man mit Sprache spielen, die ursprünglichen Erwartungen der Zuhörer quasi unterlaufen?

Die Bühne, das merkte man schnell, ist Bas Böttchers Wohnzimmer. Und aus seinen Schul-Engagements, so verriet er im Anschluss, ziehe nicht zuletzt er selbst immer wieder Inspiration. Wobei sich dieses zusätzliche berufliche Standbein kurioserweise dadurch entwickelte, dass ein paar seiner Texte sogar den Weg in deutsche Schulbücher gefunden hatten und man ihn daraufhin zu ersten Gastspielen einlud.

Am BBG blieb es nicht allein beim Live-Auftritt: Im anschließenden Workshop gab es für alle Teilnehmer nochmal eine etwas intensivere Auseinandersetzung mit Sprache und ihren Möglichkeiten. Neben allen Praxis-Tipps hieß Bas Böttchers Botschaft eindeutig „Traut euch!“ Auch vor „Fehlern“ in Gedichten etwa müsse man nicht zwangsläufig Angst haben, im Gegenteil: „Fehler schaffen Aufmerksamkeit!“

Mit diesen ermutigenden Worten im Rücken stürzten sich die Schülerinnen und Schüler schließlich in die ersten literarischen Praxis-Tests. Und selbstverständlich war aller Anfang nichtsdestotrotz immer noch schwer, aber immerhin konnten alle Nachwuchsdichter darauf bauen, dass ihnen ein Meister des Fachs mit Rat und Tat zur Seite stand.