„Tovertafel“ sorgt für gute Laune

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Das Kirchlinder AWO-Seniorenheim setzt auf innovative Medien und man sieht: Es macht Spaß! Sozialarbeiter Norbert Henke, Betreuungsassistentin Sabrina Dieckmann (2. v. r.) und zwei Bewohnerinnen demonstrieren, was mit der „Tovertafel“ so alles geht. (Foto: IN-StadtMagazine)

Angst vor Neuem hat Peter Boeckel nicht. Schließlich können aktuell technische Entwicklungen gerade im Leben von Senioren eine große Hilfe darstellen, wenn man verantwortungsvoll mit ihnen umgeht.

Also horchte der Leiter des Kirchlinder AWO-Seniorenzentrums auf, als er per Mail auf eine sogenannte „Tovertafel“ aufmerksam gemacht wurde.
Die in den Niederlanden entwickelte Idee begeisterte dann bei ihrer Vorstellung an der Bockenfelder Straße nicht nur ihn, sondern auch sein Team so sehr, dass man schließlich Anfang des Jahres als erstes (aber längst nicht letztes) Haus im AWO-Bezirk Westliches Westfalen zugriff und sich diese spannende Neuentwicklung leistete.

Vorstellen muss man sich die Tovertafel als eine Box, die oberhalb eines Tisches an der Decke angebracht wird. Je nach getroffener Auswahl werden unterschiedliche Objekte auf den Tisch projiziert, welche – dies der Clou – interaktiv beeinflusst werden können. Da regnet es dann beispielsweise Herbstlaub, das auf dem Tisch von einer Seite zur anderen geschoben wird, einen Sternenhimmel verwandelt man durch „Anstupsen“ der leuchtenden Punkte in einen Schwarm Sternschnuppen, oder ein virtueller Wasserball wird kreuz und quer über die Fläche geschnipst.

Berichten die Kirchlinder Mitarbeiter über ihre innovative Neuanschaffung, sieht man ihnen die Zufriedenheit an: Die Tovertafel sorge immer wieder auch bei bereits demenziell beeinflussten Bewohnern für Spaß. Insgesamt sei festzustellen, dass sie die Lust am Spielen und sogar die Kommunikation fördere, indem man über das Gesehene ins Gespräch komme. Sozialarbeiter Norbert Henke weiß von der Damenrunde zu berichten, die nach wenigen Minuten auf der „Jagd“ nach Herbstblättern laut lachend um den Tisch saß. Die Handhabung des Zauberkästchen ist denkbar einfach, weshalb es von den Mitarbeitern auch jederzeit spontan in Betrieb genommen werden kann.
Derart motiviert, wurde an der Bockenfelder Straße im Juli sogar noch die nächste Stufe gezündet:

Auf den eigenwilligen Namen „Qwiek“ hört eine Art moderner Filmprojektor, der seine Bilder sowohl an eine Wand als auch, im Falle bettlägeriger Patienten, an die Zimmerdecke werfen kann. Gefüttert wird er über USB-Sticks, welche Bild-/Filmmaterial sowie Musik enthalten. Diese kann man selbstverständlich dazukaufen, aber bei Bedarf auch mit geringem Aufwand selbst erstellen. Von den Möglichkeiten ist Norbert Henke begeistert, ist es doch künftig auch denkbar, auf die individuelle Biografie eines Bewohners zugeschnittene Bildersammlungen bzw. Filme kombiniert mit der jeweiligen Lieblingsmusik zum Einsatz zu bringen und den einzelnen Menschen so womöglich viel besser zu erreichen.

Kosten lassen hat sich das AWO-Seniorenheim diesen Spaß einiges, lassen die Kirchlinder durchblicken. Die Menge der inzwischen nachgezogenen Einrichtungen allerdings bestätigt Peter Boeckel und sein Team zusätzlich darin, mit ihrer Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Medien ihren Bewohnern einen sehr guten Dienst erwiesen zu haben.

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