Zur Zeit von Rittern und Burgfräuleins

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War nur Spaß! Nichtsdestotrotz gingen die Ritter bei ihren Schaukämpfen mit merklichem Ehrgeiz zu Werke. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Um in die Vergangenheit zu reisen, mussten die Huckarder am zweiten Septemberwochenende keine Zeitmaschine entern. Stattdessen reichte es aus, die Marienstraße ein Stückchen hinunterzuschlendern.

Während auf dem Marktplatz gerappt und gerockt wurde, war an der St. Urbanus-Kirche und hinter dem Gemeindehaus eher Bänkelgesang Trumpf. Beim bereits 9. Mittelaltermarkt gaben erneut Junker und Bronzegießer, Burgfräuleins und Ritter ihre Visitenkarte in Huckarde ab. Sich hier ins Getümmel zu werfen macht nicht zuletzt deswegen so großen Spaß, weil die Protagonisten ihrerseits mit so viel Begeisterung bei der Sache sind.

So buchen die teilweise aus entlegenen Winkeln des Landes stammenden Teilnehmer – wenn schon, denn schon! – für die Übernachtung fast alle keineswegs ein weiches Hotel-Federbett, sondern schlafen vor Ort in ihren historischen Zelten. Das Essen wird an etlichen Stellen konsequenterweise auf dem Grill bzw. der Feuerstelle zubereitet und teilweise auch den Gästen feilgeboten: Wer würde auch auf einem Mittelaltermarkt zu Pizza oder Pommes greifen wollen? Dass es auch eine „Taverne“ gibt – das Holz der Theke stammt angeblich von ausrangierten Beichtstühlen – versteht sich von selbst.

Und wer sich beim Bummel über den Markt auf den einen oder anderen Plausch einlässt, nimmt am Ende womöglich nicht nur Schnaps, Schmuck oder Selbstgestricktes, sondern auch ein paar nützliche Tipps mit nach Hause, denn schließlich finden sich in den Reihen der Händler auch eine Kräuterfrau oder ein „Whisky-Kundiger“. Letzterer war im Schatten der Kirche als „Michael McPython“ unterwegs und hatte zur Freude der jüngeren Besucher auch noch zwei Ziegen dabei, die sich ab und an gerne mal streicheln ließen. Nicht beschaulich, aber genauso faszinierend waren für den Nachwuchs die von Zeit zu Zeit auf der Marienstraße stattfindenden Ritter-Showkämpfe, die den Adrenalinspiegel der jungen Zuschauer ganz schön nach oben treiben konnten.

Trotz des nicht durchgehend angenehmen Wetters war Huckardes historischer Markt also auch bei seiner neunten Auflage allemal wieder einen Ausflug wert. Und wem der Sinn dann irgendwann wieder nach Gegenwart und Trubel stand, musste schließlich nur die Marienstraße wieder hinaufschlendern.

Auch wenn viele Teilnehmer von Huckardes historischem Markt weite Anreisen nicht scheuten, stammte doch der größte Trupp aus Dortmund und der näheren Umgebung. Wer gerne etwas mehr über die Fans des Mittelalters erfahren möchte, kann beispielsweise bei Facebook nach der hiesigen Gruppe „Fyr Dreki“ (Feuerdrachen) suchen.

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