Ins Rampenlicht gekocht – Huckarder David Jäger überzeugte bei ZDF-„Küchenschlacht“

0
60
David Jäger in Aktion. (Foto: ZDF/Gunnar Nicolaus)

In gewisser Weise war diese „Karriere“ bereits seit längerem vorgezeichnet: Schon als andere Jungens z. B. kleine Plastik-Werkbänke geschenkt bekamen, stand David Jäger nämlich stattdessen am eigenen (Spielzeug-)Herd. Und auch, als für seine Altersgenossen einige Jährchen später kein Weg um eine PlayStation herumführte, sollte sich dies nicht ändern. Im Gegenteil: Was irgendwann bei „Pudding kochen mit Oma“ angefangen hatte, erreichte Jahr für Jahr höhere, professionellere Standards. Bis der Huckarder dann eines Tages, als auf dem heimischen Fernseher die „Küchenschlacht“ flimmerte, das Versprechen abgab: „Wenn ich mein Abitur in der Tasche habe, mache ich da auch mit!“

Gesagt – getan: Im vergangenen Jahr tippte der frischgebackene Lehramts-Student seine kulinarische Vita sowie einige weitere Eckdaten in das Bewerbungsformular der ZDF-Sendung, um anschließend der Dinge zu harren. Das wiederum musste er zur eigenen Verblüffung gar nicht mal allzu lange. Denn während manch ein Hobbykoch auf seine Teilnahme an der Show fast so lange zu warten hat wie früher der Sachse auf einen Trabbi, ging beim Huckarder die Angelegenheit in gerade mal fünf Monaten vonstatten.

Nahm David Jäger, der sich selbst als „eigentlich sehr gelassenen Typ“ beschreibt, die Zusage zunächst noch locker zur Kenntnis, schlug die Stimmung in den beiden Wochen vor der Aufzeichnung komplett um. „Ich habe kein Problem damit, vor hundert Leuten zu sprechen, spiele sogar hobbymäßig Theater, aber in diesen vierzehn Tagen hat meine Familie mich nicht wiedererkannt“, beschreibt er seine Gemütslage und schiebt, thematisch passend, hinterher: „Ich habe nichts gebacken bekommen!“ Zumal sogar noch die Chance im Raum stand, am eigenen Geburtstag Ende Juni über Deutschlands Fernsehbildschirme zu flimmern.

Dafür jedoch musste es der Jüngste der sechs Kontrahenten in Hamburg erst einmal bis ins Finale schaffen. Hierzu stand beispielsweise am ersten Tag „Lachsfilet auf Graupenrisotto und Pfannengemüse“ auf seinem Plan. Klingt nicht nach Maggi-Kochstudio, und ist es auch nicht! Doch zur eigenen Verblüffung meisterte David Jäger nicht nur diese Hürde, sondern auch die darauffolgenden. Wobei, wie er unterstreicht, die Stimmung in seiner Kochtruppe bei aller Konkurrenz durchgehend freundschaftlich-herzlich blieb, bis heute sei man sogar immer noch über eine WhatsApp-Gruppe miteinander in Kontakt.

Nach vier Tagen, flankiert u. a. von „Selbstgemachten Bandnudeln mit Riesengarnelen“ oder „Seezungenfilet mit Kapern-Pinienkern-Haube“, war es dann tatsächlich geschafft – Finale! Der Huckarder Junge ließ keinen Zweifel daran, wen er als Urheber dieses Erfolgs sieht, und unterstreicht: „Das habe ich für meine Oma gemacht“. Das abschließende Duell forderte beiden verbliebenen Köchen dann alles ab, verlangte buchstäblich Einsatz bis zur letzten Sekunde. Doch auch wenn der 19-Jährige hier unterlag, und ihm somit der „Griff nach den Sternen“ verwehrt blieb, fällt seine Bilanz dieser spektakulären Woche rundweg positiv aus – sowohl, was die Gestaltung der Show als auch die beteiligten Personen inklusive Moderator Björn Freitag anbelangt.

Anderen Hobbyköchen kann David Jäger dieses Koch-Abenteuer also nur weiterempfehlen, möchte allerdings trotz seiner jetzt erlangten „höheren Weihen“ auch zukünftig der Hobby-Koch bleiben, der er bereits vor der „Küchenschlacht“ war. Ein eigener Youtube-Kanal, so sinniert er, könne aber schon eine spannende Sache sein. Ansonsten wird die große Bühne für den Abiturienten vom Reinoldus- und Schiller-Gymnasium erst einmal wieder der Vergangenheit angehören, werden in erster Linie die Oma oder der „sehr wählerische“ jüngere Bruder das Maß der kulinarischen Dinge sein.

Einen Anlass allerdings gibt es in Kürze dann doch, bei der zwar keine Bühne, aber eine größere Menge hungriger Mägen auf David Jägers Koch-Ideen wartet: In wenigen Wochen wird der überzeugte Pfadfinder – so Corona es will – zum diesjährigen Stammeslager aufbrechen, und da liegt die Versorgung dann ganz in den Händen von Huckardes Kochtalent. Und was könnte da noch schiefgehen, wenn man einen „Fernsehkoch“ am Grill stehen hat?

guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments