In Deusen gibt’s noch richtiges Volkstheater

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Erfolgsgeheimnis der Deusener ist vor allen Dingen die super Stimmung innerhalb des Ensembles. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Mit ihrer „Deusenkirche“ besitzen die Deusener seit etlichen Jahren bekanntlich ein richtig schmuckes Veranstaltungszentrum. Für die örtliche Theatertruppe „Was ist schon normal?“ stellt der 120 Gäste fassende Saal zudem so etwas wie das Wohnzimmer dar, und selbstverständlich brachte man auch das neueste Stück hier auf die Bühne.

Mit der diesjährigen Premiere gab es für die dreizehn Akteure und ihre Unterstützer sogar ein kleines Jubiläum zu feiern, ist „Gute Landluft inklusive“ doch schon das insgesamt zehnte Projekt der Bühnenenthusiasten. Und wie viel Spaß am Spiel sie alle haben, wurde bei jeder der Vorstellungen überdeutlich.

Den Schwank um eine Bäuerin und ihre skurrilen, teilweise kriminellen Pensionsgäste wollten sich augenscheinlich nur die wenigsten Deusener entgehen lassen. Gut fünf Monate lang war zuvor geprobt worden, zunächst einmal, dann seit Anfang des Jahres zweimal wöchentlich. Wobei die Akteure, seitdem ihre angestammte Regisseurin Rita Greb-Sorge vor sechs Jahren aus Zeitgründen die Segel streichen musste, unter der Federführung von Bernhard Meschke auch einen guten Teil dieses Jobs gleich noch miterledigen. Und auch Bühnenbild und -outfit werden, wie es sich für ein „Volkstheater“ gehört, logischerweise selbst organisiert.

Worin das Erfolgsgeheimnis der Truppe liegt? Nach Meinung von „Kirchenvorstand“ Ulli Küpper ziemlich sicher in der fantastischen Chemie zwischen den Ensemblemitgliedern, die mit nur zwei Ausnahmen alle bereits seit dem ersten Tag dabei sind. Da werden dann auch kleinere Schnitzer während der Aufführung mit Humor genommen: Lockerheit geht über Präzision. Und weil Deusens besonderer Dorfcharakter weit mehr ist als bloße Legende, sind insbesondere die Sonntagsvorstellungen, bei denen die Gäste zudem noch an Tischen mit Kaffee und Kuchen bewirtet werden, Gemeindefeste im besten Sinne.

Irgendwann im Laufe der nächsten Monate wird „Was ist schon normal?“ dann sein nächstes Stück ins Visier nehmen. Auch da nimmt mans mit der Planung nicht übergenau – die Bühnentruppe ist und bleibt halt ein Spaßprojekt. Weil aber genau der so reichlich über die Rampe kommt, kann die Deusenkirche während ihrer jährlichen „Theatertage“ auch für auswärtige Besucher durchaus eine Reise wert sein.

Auf der Bühne hingegen herrscht von Anfang an dicke Luft, weil Magd Vroni und Knecht Paule (l.) keineswegs auf einer Wellenlänge funken.

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