Huckarder Backtradition endet nach 53 Jahren – auch Nachfolger setzt auf Handwerk

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So wird es nicht mehr lange sein: Das Ehepaar Christiane und Thomas Schlotz hinter der Verkaufstheke ihrer Huckarder Bäckerei. (Foto: IN-StadtMagazine)

Eine Bäckerei mit jahrzehntelanger Familientradition, in der echtes Handwerk noch Trumpf ist und die Leckereien aus der Backstube direkt hinter dem Ladenlokal stammen: Konnte das in Zeiten von Discount-Backshops nicht nur noch eine romantische Illusion sein? In Huckarde keineswegs, denn hier bietet die Bäckerei Wulf ihren Kunden bereits seit 1967 – und noch bis zum 16.8. – ihre nach alten überlieferten Rezepten hergestellten Spezialitäten an.

Seitdem Franz und Gerda Wulf den Betrieb 1993 an die nächste Generation übergeben hatten, lag das Wohl der Kunden in den Händen von Thomas und Christiane Schlotz. Dass es dort gut aufgehoben war, bewiesen nicht zuletzt die zahlreichen Auszeichnungen, die der Bäckermeister im Laufe seiner Tätigkeit sammeln konnte: Dreimal wurde er von der Zeitschrift „Feinschmecker“ als einer der besten 500 Bäcker Deutschlands ausgezeichnet und vertrat 1990 sogar als Landessieger für Baden-Württemberg und Bundessieger die deutschen Farben beim Europaentscheid in Oslo.

Dass Ende August eine 53-jährige Huckarder Backtradition zu Ende geht, dürfte daher vielerorts mit reichlich Wehmut vernommen werden, doch nach 27 Jahren 7-Tage-Woche und einigen gesundheitlichen Warnsignalen steht für das Ehepaar Schlotz der wohlverdiente Ruhestand nun kurz bevor. Wenngleich sie mit einem weinenden Auge gehen, denn Thomas Schlotz unterstreicht: „Das Bäckerleben war uns immer eine Herzensangelegenheit, und die Treue und Unterstützung unserer Kunden haben uns stets darin bekräftigt, die Liebe zu unserer Handwerkskunst zu leben. Auch unsere langjährigen Mitarbeiter wurden für uns zu einer kleinen Familie. Aus diesen Gründen freuen wir uns sehr darauf, vielen unserer Freunde und Kunden auch zukünftig im Alltag – nur eben in einem anderen Rahmen – wieder zu begegnen.“

Um den Abschied gebührend zu gestalten, wird die Verkaufstheke in der letzten Arbeitswoche vom 10. bis zum 16. August noch einmal – saisonunabhängig – mit einer Reihe haustypischer Leckereien bestückt, wobei jeder Tag für eine der Spezialitäten reserviert ist: Zu finden sein werden dann etwa Martinsbrezel, das vielprämierte Doppelback, das norddeutsche Schwarzbrot und Vinschgauer sowie schwäbischer Zwiebelkuchen und auch Dortmunder Salzkuchen. Wer auf Nummer sicher gehen will, bestellt hier rechtzeitig vor – und wird dafür sogar mit einem Danke-schön-Rabatt belohnt!

Zu alldem gibt es noch eine tröstliche Nachricht: Auch nach dem Abschied der Familie Schlotz nämlich bleibt das Ladenlokal an der Rahmer Straße 33 ein Ort, an dem Backtradition großgeschrieben wird – übernimmt doch ein anderes, in vierter Generation betriebenes Familienunternehmen die Geschäfte des Ehepaars Schlotz. Und auch das bekannte Stammpersonal bleibt den Kunden erhalten. In Huckarde ist also die Zeit der Traditionsbäckereien noch lange nicht Geschichte!

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