Huckarde, wie es früher war – Historischer Stammtisch veröffentlicht Kalender und plant Vereinsgründung

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Interessante Ansichten und spannende Infos bündelt der neue, von Peter G. Henning, Dr. Günter Spranke, Frank Führer, Dieter Eichmann und Thomas Bernstein (v. l.) vorgestellte Kalender. (Foto: IN-StadtMagazine)

„Man weiß nie, wofür es gut ist“, sagt bekanntlich der Volksmund. In Huckarde jedenfalls dürfte sich aktuell niemand darüber ärgern, dass Historiker in jüngerer Zeit die Ersterwähnung des Ortes neu datierten und ihm auf diese Weise zehn Lebensjahre abzogen.

Die Huckarder nämlich entdeckten schnell den positiven Nebeneffekt dieses „Rechenfehlers“: An der Rahmer Straße und drumherum kann jetzt im nächsten Jahr das 1150. Jubiläum gefeiert werden – und dies nach 2010 tatsächlich bereits zum zweiten Mal!
Dieses besondere Datum einfach ereignislos passieren zu lassen, stand insbesondere für die an der Ortsgeschichte interessierten Huckarder nicht zur Debatte. Ganz im Gegenteil machte man diesmal „Nägel mit Köppen“ und rief auf Initiative von Thomas Bernstein einen historischen Stammtisch ins Leben, der sich nun seit einem knappen Jahr etwa alle vier Wochen in der Marktschänke zum Austausch zusammenfindet. Die regelmäßigen Treffs nahmen schneller an Fahrt auf, als es selbst die Initiatoren erhofft hatten, und so nahm man vor ein paar Monaten mit einem historischen Ortskalender das erste konkrete Projekt in Angriff. „Denn Kalender“, so Thomas Bernstein, „kaufen die Leute eben meistens schon im Sommer“.

Der Kalender bietet seinen Käufern nicht nur viele nostalgische Detailansichten aus dem Stadtteil vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die 1960er-Jahre, sondern hält obendrein zu jedem Foto spannende, von den Ortshistorikern Peter G. Henning und Dr. Günter Spranke recherchierte Hintergrundinfos und Anekdötchen bereit. Wer möchte, muss sich also nicht auf das Betrachten der Bilder beschränken, sondern kann sich auf eine kleine Zeitreise durch Huckardes Ursprünge und wechselvolle Geschichte begeben: Von seiner Zeit als verträumtes Bauerndorf und von fremdem Hoheitsgebiet umgebener Außenposten des katholischen „Kaiserlich-Freiweltlichen Damenstiftes“ über die Wandlung zum schnell wachsenden Ort im Schatten der Zeche bis hin zum Einzug der Moderne.

Mit dem Abschluss des Kalenderprojektes stellt der Historische Stammtisch seinen Betrieb aber keineswegs ein. Vielmehr möchte man am 29. Oktober dieses Jahres den nächsten Schritt vollziehen und sich als eingetragener Verein konstituieren: Nicht nur, weil viele organisatorische Abläufe auf diese Weise einfacher werden, sondern auch, weil man sich künftig gerne noch intensiver mit der Geschichte des Ortes befassen möchte. Zur Gründungsversammlung sind daher auch alle Huckarder und Nicht-Huckarder, die am Thema interessiert sind, herzlich eingeladen. Die Organisatoren hoffen auf neue interessante Erkenntnisse, lebendige Gespräche und in der Folge vielleicht sogar das eine oder andere historische Exponat. Mittelfristig, so die Hoffnung des Historischen Stammtisches, kann man es den Nachbarn aus Mengede bzw. Lütgendortmund nachtun und den Bürgern das alte Huckarde in einer Ausstellung präsentieren.

Bis dahin dürfte es zwar noch ein bisschen dauern. Ein Stückchen alte Zeit aber kann man sich jetzt mit dem in einer Erstauflage von 1.500 Stück herausgegebenen Kalender immerhin schon nach Hause holen. Und wer weiß – vielleicht nimmt das Historienprojekt ja nach dem 29.10. noch deutlich mehr Fahrt auf.

Erhältlich ist Huckardes historischer Kalender demnächst zur Schutzgebühr von 5 € an den folgenden Stellen:

  • Buchhandlung Seitenreich,
  • Bäckerei Wulf,
  • „Stift und Papier“,
  • Optik Krämer und
  • Zahnarztpraxis Spranke

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