Huckarde im Wandel der Zeit – von Dr. Günter Spranke: Traditionsbetrieb

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Die Schmiede in den 1920er Jahren (Foto: privat)

Handwerkliche Tradition in Huckarde
Immer wieder beschäftigt sich der Historische Verein mit den lokalen Aspekten der Entwicklung Dortmunds in Sonderheften seiner Schriftenreihe Heimat Dortmund. Die aktuelle Ausgabe ist unter dem Titel „Chausseeflöhe und Rennboliden“ der automobilen Vergangenheit unser Heimatstadt gewidmet. Auch Huckarde bietet unter diesem Gesichtspunkt Interessantes zum Thema der Motorisierung und zum Wandel der handwerklichen und technischen Herangehensweise in der Fahrzeugwartung. Der Auto-, Reparatur- und Wartungsbetrieb Kfz-Ulrich an der Rahmer Straße 32 in Huckarde ist seit 115 Jahren hier ansässig und steht als moderne Werkstatt den ständigen technischen Veränderungen aufgeschlossen gegenüber.

Wer mehr zur Geschichte des Betriebs erfahren möchte, kann das aktuelle Heft „Chausseeflöhe und Rennboliden“ aus der Reihe Heimat Dortmund im Buchhandel erwerben. (ISSN 0932-9757)

Ausgehend von einer Spengler- und Wagnerwerkstatt entstand seit 1903 an der Friedrichstraße (so hieß die Rahmer Straße vor der Eingemeindung ) ein im damals noch bäuerlich geprägten Huckarde wichtiger Betrieb. Wilhelm Ulrich (1848–1939) hatte im Jahr 1873 den Meisterbrief erhalten und legte später mit seiner Werkstattgründung den Grundstein für eine Tradition, die heute schon in der vierten Generation besteht.

Bestand durch Fleiß und ständige Schulung
Über den Sohn des Gründers Erich Ulrich und den Enkel Horst Ulrich ging die ständige Fortentwicklung der Werkstatt weiter – vom Wagenbau zur Wartung und zur Reparatur von allerlei Gerätschaften sowie zur Herstellung von Radreifen und Fahrzeugteilen aus Metall. Mit dem Bau einer Schmiede im Jahr 1924 änderte sich der Charakter des vormals eher mit der Verarbeitung von Holz beschäftigten Betriebes zu einem universellen Instandsetzungsbetrieb für die gesamte Mobilität.

Nachdem Horst Ulrich 1946 seine Lehre zum Autoschlosser begonnen und im Jahr 1961 den Meisterbrief als Kfz-Mechaniker erhalten hatte, dauerte es nicht mehr lange und in den Jahren 1969/70 wurde das Nachbargrundstück erworben und darauf eine moderne Werkstatthalle errichtet. Seither stehen sechs Hebebühnen, ein Vermessungsstand, ein Motortester, ein Bremsenprüfstand sowie Einrichtungen zur Bearbeitung von Bremsscheiben und Bremstrommeln zur Verfügung.

In der vierten Generation verbindet Frank Ulrich heute das Wissen als Kfz-Mechaniker Meister und Kfz-Elektriker Meister mit den neuesten Erkenntnissen der Mechatronik und technikunterstützten Fehlersuche.

Heute ist der Betrieb an der Rahmer Straße ein moderner Anlaufpunkt für Fahrzeugwartung und Reparaturen. (Foto: privat)

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