Die Huckarder Zweigstelle der Baker Street

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Gesucht – gefunden: Der Huckarder Sherlock Holmes-Stammtisch ist nicht minder „britisch“ als sein Treffpunkt. (Foto: IN-StadtMagazine)

Mysteriös! Etwa zehnköpfig ist die Gruppe, die sich da an diesem Freitagabend im blauen Zimmer des Huckarder „Marples“ versammelt hat, und deren Gesprächen zunächst nichts Ungewöhnliches anhaftet. Entsprechende Recherchen jedoch ergeben schon bald, dass nahezu niemand der hier Anwesenden aus Dortmund stammt, von schwarzgelber Kleidung ganz zu schweigen.

Welche Pläne also werden hier ausgeheckt, welche Ideen geschmiedet? Diskrete aufgenommene Ermittlungen führen auf eine heiße Spur: Alle auf einem Beistelltisch platzierten Brettspiele nämlich haben das gleiche Thema, und die daneben platzierte karierte Kappe mitsamt Ohrenschützern kann sogar als untrügliches Indiz gewertet werden. Tatsächlich vergehen schließlich nur noch wenige Sekunden bis zum „Geständnis“:
Mitglieder der ehrwürdigen Deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft sind es, die es rund alle zwei Monate in die alte Mühle an der Roßbachstraße treibt.

Schreiben Sie mit, Watson:
Seit bereits zwei Jahren kommen die Damen und Herren mittlerweile in Huckarde zusammen, und nehmen dabei für ihr Hobby imposante Anfahrtswege in Kauf. Aus Köln, Datteln, Krefeld oder Iserlohn etwa haben sich die Besucher des aktuellen Treffens aufgemacht. Ihr gemeinsames Thema ist dabei alles, was mit dem scharfsinnigsten Gangsterjäger aller Zeiten in Verbindung steht: Seien es TV-Serien, Filmparodien, Spiele oder – selbstverständlich – die Originalromane von Arthur Conan Doyle. Auch auf die Kreativität der Gruppe wirkt sich Holmes‘ Aura augenscheinlich günstig aus, stand doch auch ein in den eigenen Reihen entwickeltes Krimi-Rollenspiel bereits auf dem abendlichen Plan. Ideen zur Gestaltung der jeweils etwa drei Stunden jedenfalls gibt es reichlich, schließlich inspiriert der englische Privatdetektiv die Menschen bereits seit mehr als 130 Jahren.

Und apropos Inspiration: Einen passenderen Ort als das blaue Zimmer der weit und breit britischsten Kneipe hätten sich die Anhänger Sherlock Holmes sicherlich kaum erträumen können. Bei Tee (oder auch einem Gin), platziert auf dem Retro-Ledersofa, dürfte so manch ein Freund des alten England das Gefühl überkommen, gerade die Zeitmaschine eingeparkt zu haben.

Die Stammtisch-Mitglieder jedenfalls fühlen sich hier sichtlich pudelwohl und haben die nächste Zeitreise in zwei Monaten schon wieder fest im Blick. Auch dann werden sie für ihre Leidenschaft sicher wieder lange Anfahrten in Kauf nehmen. Denn Herzensangelegenheiten, das weiß der erfahrene Krimi-Leser schließlich, sind immer ein Motiv. Fall gelöst, Watson!

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