Der Name war ein Trick! – Huckardes „Trimm-Dich-Club“ ist 50 Jahre alt

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Hoch die Gläser auf eine lange gemeinsame Wegstrecke: Huckardes „Inkognito-Hallenkickern“ um Gründer Hans Tadema (3. v. r.) dürften die Anekdoten auch in Zukunft nicht ausgehen. (Foto: IN-StadtMagazine)

Ist das jetzt ein freudiger oder ein trauriger Anlass? Stolze fünfzig Jahre alt wurde der Huckarder Fußballtreff, dessen Name stets auf eine völlig falsche Fährte führte, in diesem Jahr. Gleichzeitig stellt die Runde hinter Huckardes „Trimm dich-Club“ klar, dass es künftig keinen gemeinsamen Kampf um den Ball mehr geben werde: Zu sehr lockt für fast alle mittlerweile der sportliche Ruhestand.

Und wer wollte das insbesondere Gründer Hans Tadema verwehren, der sage und schreibe 48 Jahre lang selbst vor das runde Leder trat, bis er sich schließlich 80-jährig ab 2017 ganz auf den geselligen Teil der gemeinsamen Treffen beschränkte.
Überhaupt wird Geselligkeit an der Arthur-Beringer-Straße seit jeher großgeschrieben. Auf „etwa 50 %“ beziffert Hans Tadema den Anteil des gemeinsamen Plauderns und Bierchentrinkens.

1969 als Freizeitprojekt einer Hausgemeinschaft ins Leben gerufen, schlüpfte man ziemlich schnell unter die Fittiche von BW Huckarde. Eigentlich ziemlich trickreich, wie auch die Namenswahl: „Als Hobby-Kicker hätten wir damals garantiert keine Hallenzeiten bekommen. Die Trimm-dich-Bewegung hingegen wurde Ende der 60er-Jahre sehr populär, daher wurde aus uns der Trimm-dich-Club“, gibt der Gründer schmunzelnd zu.
Von da an fand man sich samstags zwischen 16 und 18 Uhr in der Huckarder Halle ein, und noch bis etwa 2005 stillte man den sportlichen Ehrgeiz mehrmals jährlich mit Matches gegen Teams vom St. Johannes-Hospital, der TU Dortmund oder von örtlichen Unternehmen.

Nicht nur auf dem Platz entwickelte sich die Truppe immer mehr zur verschworenen Gemeinschaft, so dass gemeinsame Kurztrips etwa nach Berlin oder zum Oktoberfest irgendwann regelmäßig auf dem Programm standen.
Der Nachwuchs allerdings blieb aus – vielleicht umso mehr, da man dem schwarzgelben Fußballfan die Anstoßzeit am Samstagnachmittag nur schwer vermitteln kann.

So zogen Huckardes verbleibende Fußballenthusiasten jüngst schweren Herzens einen Schlussstrich unter ihre aktiven Vereinskarrieren. Der Stammtisch allerdings, der bleibt ihnen erhalten: Entweder in der Burgschänke oder, falls man selbst den Grill anschmeißen möchte, im Clubhaus ihres Vereins. Denn jahrzehntelanges gemeinsames Kicken, das schweißt nun einmal zusammen.

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