Das Ende einer „Huckarder Ära“ – seit sieben Monaten ist Bernd Scholz überzeugter Ruheständler

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Das Unternehmen „Elektro Bernd Scholz“ ist seit Beginn des Jahres Geschichte, aber Huckarder bleiben die Eheleute weiterhin mit Leib und Seele. (Foto: IN-StadtMagazine)

Als Bernd Scholz seinen ersten Huckarder Laden eröffnete, gab es im Fernsehen nur drei Programme und in Dortmund doppelt so viele Brauereien. Fast vierzig Jahre später endete zum zurückliegenden Jahreswechsel mit dem letzten Arbeitstag von „Elektro Scholz“ sowohl für den Ort als auch für den ehemaligen Chef seines Gewerbevereins eine Ära.

Geboren wurde Bernd Scholz in Halle a. d. Saale, doch schon in frühesten Kindertagen ging er mitsamt seinen Eltern in Huckarde „vor Anker“. Seinem Stadtteil sollte der fast 70-Jährige fortan immer treu bleiben. Die in der Gilden-Grundschule geschlossenen Freundschaften zu seinen beiden im Huckarder Handwerk ebenfalls wohlbekannten Schulkameraden, Malermeister Lothar Sondermann und Heizungsbauer Walter Müller überdauerte die Jahrzehnte und hielt im Falle des Letzteren bis zu dessen Tod.

Zuverlässigkeit und Engagement bestimmte nicht nur die berufliche Laufbahn Bernd Scholz‘, auch außerhalb seines Betriebs scheute sich der Huckarder nicht davor, Verantwortung zu übernehmen: Sein langjähriges Mandat als ehrenamtlicher Richter am Landesarbeitsgericht Hamm etwa oder der Sitz im Widerspruchsausschuss der Innungskrankenkasse belegen dies nachdrücklich.

Doch auch für einen so umtriebigen Charakter wie den Elektroinstallateurmeister gewinnt das Wort „Ruhestand“ irgendwann einmal an Reiz, und so reifte bei ihm „über drei Jahre hinweg“ der Entschluss, dass mit 70 endlich die Rente erreicht sein solle.
Dies natürlich nicht ohne Wehmut, aber auch mit reichlich Stolz auf das Geleistete. Denn ob im Huckarder Schalthaus, im örtlichen Rewe-Center oder der Alten Schmiede: Überall trug das örtliche Unternehmen dazu bei, die Dinge ans Laufen zu bringen. „Der eine oder andere Anruf von Dieter Eichmann kam dabei auch mal deutlich nach Feierabend“, berichtet der ehemalige Chef des Betriebs.

Zehn Angestellte beschäftigte Bernd Scholz in Spitzenzeiten, und bildete bis vor einigen Jahren auch kontinuierlich neue Fachkräfte aus. Mit einem Nachfolger am Huckarder Bruch wurde es zu seinem großen Bedauern dennoch nichts. Traurige Pointe in diesem Zusammenhang, dass es letztlich die neue Datenschutzverordnung war, welche dem Betrieb endgültig den Stecker zog: Denn dazu, zunächst bei allen Kunden schriftlich anfragen, ob er ihre Datensätze an seinen Nachfolger übergeben dürfe, war Bernd Scholz dann doch nicht bereit.

Die neu gewonnene Zeit investiert er zunächst einmal in Renovierungsarbeiten am eigenen Heim, wobei „Verreisen“ durchaus auch noch auf dem Zettel steht. „Außerdem sind wir vor kurzem Großeltern geworden“, freut sich der 69-Jährige – Leerlauf droht im Hause Scholz also auf keinen Fall.

Den Absprung in den Ruhestand erleichterten ihm seine Kinder im Januar dieses Jahres, als diese ihre Eltern in den Alten Bahnhof lockten, wo mit 70 geladenen Gästen eine Party vorbereitet worden war. „Das war ein perfekter Abschluss“ berichtet der eingefleischte Huckarder vom Ende der 40-jährigen „Ära Elektro Scholz“.

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