„Urlaub am Titicaca-See“ – Ausstellung der Dortmunder Gruppe

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(v. l.) Gudrun Kattke, Mariana Gonzàlez Alberti, Alexander Pohl und Christian Psyk starteten am 18. Oktober im Torhaus Rombergpark das Experiment der Dortmunder Gruppe. (Fotos: IN-StadtMagazine)

In der Kunstszene ist seit dem Frühjahr eine Art „Vakuum“ entstanden. Wenn doch die Menschen auf ihre basalen Bedürfnisse zurückgeworfen sind, wenn sie mittlerweile erneut zu hamstern beginnen, die Körperhygiene fest im Fokus, „was macht das überhaupt für einen Sinn, weiter zu produzieren“? „Wie wollen wir in Zukunft leben?“

Mit diesen Fragen setzt sich Alexander Pohl als Vorsitzender gemeinsam mit den Mitgliedern der Künstlervereinigung Dortmunder Gruppe auseinander. Sie nämlich füllen das Vakuum mit einer Work-in-Progress-Ausstellung im Torhaus Rombergpark und hinterfragen auf diese Weise „den normalen Ausstellungsbetrieb“, wie es im Flyer zur Ausstellung heißt. Denn „normal“ gibt es im Herbst 2020 nicht mehr.

Stattdessen machen die Kunstschaffenden „Urlaub am Titicaca-See“, wo sie eine Insel aus „Rohstoff“ errichtet haben, inmitten des Ausstellungsraums im Rombergpark. Und „Rohstoff“ ist hier so ziemlich alles. Da fallen kleine Dinofiguren aus Gummi wild durcheinander, eine Pfauenfeder steckt in einem Pappkarton und irgendwo ragt ein altes Rohr von Was-auch-immer in die Höhe. „Zivilisationsmüll aus der Überflussgesellschaft“ nennt Pohl dieses Sammelsurium. Seit Sonntag nun machen wechselnde Mitglieder der Dortmunder Gruppe aus all diesen Dingen während der Öffnungszeiten Kunst.

Wer also in den nächsten Wochen das Torhaus betritt, wird niemals ein fertiges Werk betrachten, sondern mitten im Entstehen landen. Pohl rät deshalb auch denen, die bereits in diesem „Experimentierraum“ zu Gast waren, erneut „einfach mal vorbeizuschauen“. „Von zu Tag zu Tag“ wird sich die „Raumsituation“ verändern und immer sind da Kunstschaffende, um sich auszutauschen über die Kunstwelt in unnormalen Zeiten, über „die Sehnsucht nach einer heilen Welt“ oder „die vermeintliche Idylle“, um die es den Mitgliedern wohl nicht nur laut Flyer geht.

Öffnungszeiten: dienstags – samstags, 14:00 – 18:00 Uhr, sonntags, 10:00 – 18:00 Uhr; Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 8. November 2020.

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