Tafeln am „Rheinischen Esel“ werden eingeweiht

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Symbolfoto: IN-StadtMagazine

Der Rad- und Wanderweg „Rheinischer Esel“ führt auf einer stillgelegten Bahntrasse über Dortmunder, Wittener und Bochumer Gebiet 11,5 km bis Bochum-Langendreer. Die Informationstafeln erläutern die Umgebung des Weges voller schöner Natur und eindrucksvoller Geschichte. Auch stellen sie den erdgeschichtlichen Zusammenhang unserer Heimatregion zur Karbon- und Eiszeit dar.

Im Dortmunder Teil weiht der Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Hombruch Hans Semmler die Informationstafeln am Mittwoch, 31. Juli 2019 um 11 Uhr ein. Treffpunkt: Möllershof, Hohle Eiche 81, 44269 Dortmund

Zur Geschichte der Bahnlinie „Rheinischer Esel“
Bereits seit 1840 waren private Eisenbahngesellschaften bemüht, im Ruhrgebiet am sprunghaft wachsenden Kohlen-, Koks-, Erztransport zu verdienen. Nachdem sich die Köln-Mindener- und Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaften bereits weit ausgebreitet hatten, ließ Preußen endlich auch die Rheinische Bahngesellschaft zu. Sie erreichte mit ihrer Hauptstrecke von Düsseldorf bzw. Osterath kommend über Langendreer erst 1874 den Bahnhof Dortmund-Süd, am heutigen „Heiliger Weg“ gelegen. Der heutige Dortmunder Hauptbahnhof konnte nicht genutzt werden, er war bereits seit etwa 30 Jahren von der Bahn-Konkurrenz belegt.

Am 15. Mai 1879 nahm die Rheinische Bahn auch auf der Strecke Dortmund-Süd über Löttringhausen und Herdecke nach Hagen den Fahrbetrieb auf. Sie war eine Verlängerung der Bahnlinie Düsseldorf-Wuppertal-Hagen. Etwa gleichzeitig baute sie die Querverbindung Langendreer – Löttringhausen, die am 15. Dezember 1880 kurz nach der Verstaatlichung der privaten Eisenbahngesellschaften in Betrieb kam. Die Rheinische Bahn hatte noch den Knotenpunktbahnhof Löttringhausen repräsentativ ausgebaut. Er besaß neben zwei Stellwerken einen Wasserkran für die Dampfloks, eine Drehscheibe, eine Gleiswaage, eine Laderampe, einen Schuppen für Stückgüter und natürlich ein attraktives Empfangsgebäude mit Gaststätte. An der Strecke Löttringhausen bis Langendreer lagen anfangs nur die drei Zwischenbahnhöfe Annen-Süd, Witten-Stockum und Witten-Ost. Hauptkunden waren die Zechen Gottessegen, Hamburg, Constanze und Vereinigte Wallfisch sowie eine Reihe Wittener Industriebetriebe.

Die Entstehung des Namens „Rheinischer Esel“ liegt im Dunklen. Denkbar ist, dass man die Dampfloks weithin schnaufen und bei jedem Straßenübergang pfeifen hörte. Schließlich besorgten sie noch bis 1963 den Kohlentransport der Zeche Gottessegen. Auch die Bevölkerung nutzte die Bahn ständig, beispielsweise Bergleute und Arbeiter sowie gewiss auch Marktfrauen mit ihren Kiepen, die die Bahn als „Tragtier“ zu den Märkten nutzten. Während man den Begriff „Rheinischer Esel“ in Hombruch früher nicht kannte, war er nach Bekunden einiger, älterer Anwohner von Rüdinghausen und Annen dort mindestens bereits seit den 1930er Jahren üblich.

Der im Zweiten Weltkrieg zerbombte Bahnhof Löttringhausen wurde in einfacher Form neu errichtet. Für den Personenverkehr kamen die sechs Haltestellen DO-Großholthausen, DO-Silberknapp, WIT-Rüdinghausen, WIT-Stadion, WIT-Sonnenschein und BO-Siebenplaneten hinzu. Dazu setzte die Bahn seit 1952 an Stelle der Dampfloks die bekannten roten Dieseltriebwagen ein.

Am 30.11.1979 musste zwischen Löttringhausen und Witten-Ost nach 99 Jahren der Personen- und 1982 auch der Güterverkehr aufgegeben werden. Viele andere Bahnstrecken erlitten dasselbe Schicksal. Der Grund hierfür war die Ausbreitung schneller und flexibel betriebener Transportmittel auf den Straßen.

Rad- und Wanderweg jetzt mit Infotafeln am Wegesrand
Bereits im Frühjahr 1982, als die Schienen noch lagen, hatte Heimatforscher Willi Garth der Stadt Dortmund als Erster die Nutzung der ehemaligen Bahnstrecke als Rad- und Wanderweg vorgeschlagen. Ende 1982 begann der Rückbau der Strecke Löttringhausen bis Witten-Ost, aber erst Anfang der 1990er Jahre war bis zur Stadtgrenze ein Rad- und Wanderweg fertiggestellt, der schließlich 2012 Bochum Langendreer erreichte.

Der Dortmunder Anteil am gesamten Weg ist zwar vergleichsweise kurz, aber durch Geländeeinschnitte, Dämme und Straßenbrücken besonders reizvoll.

Da der Weg abseits von Straßen ohne große Niveauunterschiede durch landschaftlich abwechslungsreiche Gegenden mit kulturgeschichtlich interessanten Orten führt, zieht er viel Publikum an. Hier am Dortmunder Teil des Rheinischen Esels ist die von der Bezirksvertretung Dortmund-Hombruch – wie bereits beim Rüpingsbach-Weg – unterstützte ehrenamtliche Geschichtsgruppe, bestehend aus Gerhard Brune, Axel Friedrich, Helmut Kaufung und Tilo Cramm, tätig geworden.

Es werden jetzt nach mehr als zweijähriger Arbeit die Informationstafeln Löttringhausen, Großholthauser Mark, Großholthausen, Am Ballroth und Kruckel aufgestellt.

Zu den Informationen auf den fünf Tafeln sind über die auf allen Tafeln angebrachten QR-Codes im Internet weitere Informationen zur Geschichte der Bahn sowie interessante Details zur Besiedlung des Grotenbachtals, zu denkmalgeschützten Gebäuden, zur Geologie der Umgebung, zum früher bedeutenden Steinkohlenbergbau und zur Natur zu finden. Die Texte sind großzügig bebildert und können mit Smartphones vor Ort erfasst und auch zu Hause gelesen werden. Einen weiteren Zugang in das Internet bietet die Adresse www. rheinischer-esel-dortmund.de.

Auf den Tafeln findet man auch das Logo des GeoParks Ruhrgebiet. Der Vorsitzende des GeoParks Ruhrgebiet e.V., Herr Dr. Volker Wrede, unterstützte die Geschichtsgruppe bei den Inhalten zur Geologie und hielt zur Einweihung eine Ansprache.

Das langgestreckte Gebiet entlang des Rad- und Wanderwegs hat eine besondere Bedeutung als Vernetzungsbiotop und stellt mit den Mauerstrukturen und Felseinsprengseln auch ein wertvolles künstliches Gesteinsbiotop für gefährdete Arten der Flora und Fauna dar. Das angrenzende Waldgebiet der Großholthauser Mark wird 2020 unter Naturschutz stehen. Die Natur und Geschichte beider Bereiche wird eingehend beschrieben. Wertvolle Hilfe bei der Bestimmung der Flora auf den Fotos leistete der Dortmunder Botaniker Dietrich Büscher.

Wegen der

 

 

 

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