Ein ganz besonderer Friedhof ist jetzt online

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Kassierer Walter Wille (v. l.), Schriftführer Friedhelm Obijon, der Vorsitzende Helmut Friederici, der 2. Vorsitzende Bernd Bommert und der stellvertretende Kassierer Ralf Bolle vom Vorstand des Friedhofsvereins Dortmund-Bittermark e. V. stellen gemeinsam mit Web-Entwicklerin Beate Fleck (3. v. r.) die erste eigene Webseite des Friedhofs vor. (Foto: Peter Otworowski/Friedhofsverein Dortmund-Bittermark e. V.)

Mit seinem alten Lindenbestand und der Lage mitten im Ortsteil ist der Friedhof Dortmund-Bittermark eine wahre Oase der Ruhe. Seit 115 Jahren bietet er den Bittermärkern und mittlerweile auch Bewohnern anderer Dortmunder Stadtteile eine würdige letzte Ruhstätte. Nun ist der vielleicht außergewöhnlichste Friedhof Dortmunds mit einer eigenen Webseite online. Unter www.friedhof-bittermark.de hat der Friedhofsverein Dortmund-Bittermark e. V. alle wichtigen Informationen rund um die „Oase der Ruhe“ veröffentlicht, wie die Internetpräsenz passenderweise überschrieben ist.

Für Interessierte, Mitglieder und Besucher von Beisetzungen
Warum braucht ein Friedhof eine Webseite? Für Helmut Friederici vom Vereinsvorstand keine Frage. „Während Interessierte früher ausschließlich in der Bittermark wohnten und Informationen quasi über den Gartenzaun weitergegeben werden konnten, haben wir seit einigen Jahren Mitgliedsanfragen aus ganz Dortmund“, erklärt der Vorsitzende. Da sei die Internetseite eine große Kommunikationshilfe, von der letztendlich auch die rund 260 Mitglieder sowie Besucher von Beisetzungen profitierten: „Wer einen weiteren Anfahrtsweg hat, kann sich so über die genaue Lage informieren.“

Von der Kaiser- zur Kanzlerinnen-Zeit
Als eine von wenigen Ruhestätten in Dortmund ist der Friedhof Bittermark weder kommunal noch kirchlich, sondern im Besitz eines Vereins. 1904 hatten die Bittermärker den Verein gegründet, da der Ortsteil damals zum Amt Wellinghofen des Landkreises Hörde gehörte und bisher alle Beisetzungen auf dem evangelischen Friedhof in Wellinghofen erfolgten. Im gleichen Jahr wurde ein Grundstück erworben, eine Friedhofsordnung erlassen und die erste Beerdigung in der Bittermark durchgeführt.

Während das Erscheinungsbild für lange Zeit durch große Gruften mit sechs bis acht Grabstellen geprägt wurde, änderte sich das Bild ab den 1970er-Jahren. Seit dieser Zeit beobachtet der Friedhofsverein einen deutlichen Trend zu kleineren Grabeinheiten mit geringem oder gar keinem Pflegeaufwand. Eine Entwicklung, die auch 2019 ungebrochen ist. 115 Jahre nach Gründung des Vereins. Damals war Deutschland Kaiserreich. Heute regiert seit bald 14 Jahren Bundeskanzlerin Angela Merkel. Viele Strukturen haben sich geändert. Auf dem Friedhof Bittermark lässt sich ein Teil dieses Wandels spüren.

Nicht hinter den sieben Bergen, sondern am Puls der Zeit
Wer unter den schönen Bäumen einen Rundgang durch die gepflegte Anlage macht, fühlt sich vielleicht wie bei den sieben Zwergen hinter den sieben Bergen. Aber dieser Eindruck täuscht. Tatsächlich ist der Bittermärker Friedhof ständig am Puls der Zeit. „Wir verfolgen die Veränderungen in der Bestattungs- und Trauerkultur sehr genau und stellen uns intensiv auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer Vereinsmitglieder ein“, betont Walter Wille. So sei in der Bittermark die erste Stelen-Anlage für Urnen in ganz Dortmund errichtet worden, sagt der Kassierer des Friedhofsvereins. Das war 2014. Für deren Beliebtheit spricht, dass der Vereinsvorstand jetzt schon über eine Erweiterung des Stelen-Bereichs nachdenkt.

Trotz seiner überschaubaren Größe, die von den Nutzern sehr geschätzt wird, bietet der Friedhof neben den Stelen selbstverständlich auch alle Formen klassischer Grabstätten vom Urnenpflegegrab über Urnengräber bis hin zur Erdbestattung an.

Ehrenamtlich und nicht konfessionell gebunden
Der Verein wird komplett ehrenamtlich geführt. Das bringt eine günstige Kostenstruktur mit sich. Eine Familienmitgliedschaft kostet pro Jahr nur 25 Euro und auch die Friedhofsgebühren sind niedriger als bei vergleichbaren Anlagen. Jeder Interessierte kann Mitglied werden. Ein Wohnsitz in der Bittermark ist dafür nicht notwendig. Ein weiterer Vorteil der Vereinsstruktur: „Der Friedhofsverein ist konfessionell nicht gebunden, sodass Mitglieder ganz unabhängig von einer bestehenden oder nicht bestehenden Konfessionszugehörigkeit bei uns eine würdige letzte Ruhestätte finden“, sagt Friedhelm Obijon, der Schriftführer des Friedhofsvereins Dortmund-Bittermark.

Im Internet, analog und ganz hautnah …

  • Der Friedhof Bittermark ist ab sofort unter www.friedhof-bittermark.de online.
  • Wer keinen Internetzugang hat, kann sich telefonisch unter 0231/ 73 12 36 oder 0172/ 15 14 282 an Walter Wille vom Vorstand des Friedhofsvereins wenden.
  • Besucher finden den Friedhof an der Straße Meininghauskamp, einfach links von der Bittermarkstraße abbiegen. Gegenüber dem Eingang und der Trauerhalle befinden sich mehrere Parkplätze.