Donnerstagsvortrag: Pferde im Bergbau

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Auch in Hombruch arbeiteten Pferde untertage. (Foto: privat)
© Hombrucher Sprach- und Heimatfreunde

Der nächste Donnerstagsvortrag der Hombrucher Sprach- und Heimatfreunde mit dem Titel „Pferde im Bergbau“ von Luwig Bücking am 13. Juni 2019 um 18 Uhr in der Gaststätte „Muskelkarter“, Kieferstraße 34, ist für alle, die Pferde lieben und sich für den heimischen Bergbau interessieren.

Hundert Pferde schuften unter Hombruch
Die Fähigkeit, sich anzupassen und unter härtesten Bedingungen zu arbeiten, ließen das Pferd über Jahrtausende zu einem zuverlässigen, starken Helfer des Menschen werden. Wie die Römer nutzten auch die alten Bergleute in unserer Region Pferde über Tage zum Antrieb von hölzernen Windwerken, um Grubenwasser und Kohlen aus den Schächten zu heben.

Bei der schlechten Infrastruktur am Ende des achtzehnten Jahrhunderts gab es zum Packpferd kaum eine Alternative beim Transport der Kohlen zum Verbraucher. Im Ruhrgebiet kamen Pferde erstmals 1853 zum Ziehen von Kohlenwagen auf den Essener Zechen Amalie und Victoria Matthias nach untertage. Bis 1882 hatten 2200 Pferde 15000 Förderleute, die „Schlepper“, ersetzt.

Für die Zechenbesitzer hatte der Einsatz der Tiere in vielfacher Hinsicht Vorteile. Pferde waren erheblich leistungsfähiger und billiger als die schwer zu disziplinierenden Schlepper. Alle großen Streiks gingen von Schleppern aus. Diesen jungen, kräftigen, vielfach unverheirateten Männer, die von weither ins Ruhrgebiet kamen, war es egal, nach einem Streit Arbeitssplatz und Wohnung zu verlieren. Fanden sie doch auf anderen Schachtanlagen, wenn nicht in Dortmund, dann eben in Bottrop schnell wieder Arbeit.

Die Schachtanlagen mieteten die Grubenpferde bei speziellen Verleihfirmen, da sie keine Fachleute für die Beschaffung und Versorgung bereitstellen wollten. Größter Pferdeverleiher war die Firma Bischoff. Zur Blütezeit standen in ihren Ställen in Gelsenkirchen 6000 Pferde. Beim Studium der Verleihverträge und der Schichtenzettel, Pferde wurden von den Steigern wie Bergleute geführt, sind Parallelen zu den heutigen Zeitarbeitsfirmen unübersehbar.

Kleine leistungsfähige Lokomotiven begannen nach dem Ersten Weltkrieg die Grubenpferde zu verdrängen. 1905 arbeiteten unter Hombruch mehr als hundert Pferde; die letzten fünf wurden 1955 auf der Zeche Gottessegen in Pension geschickt. Mit Hilfe von Filmen, Bildern und Grafiken zeichnet der Vortrag die Geschichte der Grubenpferde und ihren Alltag unter Tage nach.

(L. Bücking)

 

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