Die Patientenverfügung – erfolgreicher Auftakt der Gesprächsreihe im Nachbarschaftstreff Menglinghausen

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Für Iris Zupke (Mitte) vom Seniorenbüro Hombruch ist die Patientenverfügung ein relevantes Thema im Alltag. (Foto: Hans Steinkamp)

Man braucht sie nur in Ausnahmesituationen, die im Leben selten vorkommen und an die keiner gerne denkt: nach einem schweren Unfall, im Endstadium einer tödlich verlaufenden Krankheit oder bei fortgeschrittener Demenz – die Patientenverfügung.

Aber eigentlich braucht sie jeder, der volljährig ist und ausschließen will, dass in einer Situation höchster Not nicht sein eigener Wille zählt, sondern Ärzte, Angehörige oder ein Gericht entscheiden, wie es weitergeht.

Nicht in jeder Situation ist es sinnvoll, lebensverlängernde Maßnahmen durchzuführen. Mit einer Patientenverfügung kann man festlegen, ob Wiederbelebungsmaßnahmen, eine Chemotherapie, eine Dialyse oder künstliche Ernährung noch eingesetzt werden, wenn es keine Hoffnung mehr auf Heilung gibt, sondern der Tod unmittelbar und unabwendbar bevorsteht. Ein bereits begonnener Sterbeprozess kann dann begleitet werden mit schmerzstillenden, angstlösenden und weiteren pflegerischen und medizinischen Maßnahmen, die lindern und erleichtern.

Eine Patientenverfügung sollte in mehreren Ausfertigungen vorliegen. Die Angehörigen und der Hausarzt sollten die Verfügung kennen. Hilfreich ist es, jemanden zu beauftragen und zu benennen, der in der Lage ist, die Verfügung auch im Konfliktfall durchzusetzen.

Iris Zupke vom Seniorenbüro Hombruch legte ein Muster für eine Patientenverfügung vor, die von den Maltesern angeboten wird, und beschrieb den Weg zur Patientenverfügung in fünf Schritten:

1. Reden Sie mit Ihren Angehörigen, Freunden und Ihrem Hausarzt darüber, was Sie sich wünschen, wenn Sie in einer Notsituation sind und nicht mehr selbst in bevorstehende Behandlungsschritte einwilligen können.
2. Lassen Sie sich, wenn es möglich ist, von einem Arzt ausführlich beraten.
3. Besorgen Sie sich im Seniorenbüro, im Nachbarschaftstreff oder aus dem Internet ein Muster für eine Patientenverfügung.
4. Lassen Sie sich im Seniorenbüro oder im Nachbarschaftstreff ausführlich beraten.
5. Handeln Sie jetzt!

Iris Zupke vom Seniorenbüro Hombruch und Ulrike Klotz, die den Nachbarschaftstreff Menglinghausen für das Diakonische Werk Dortmund leitet, konnten sich über eine erstaunliche Besucherresonanz beim ersten Abend der Gesprächsreihe freuen.

Weitere Veranstaltungen folgen:
Mittwoch, 21. August, 19.00 Uhr – zur Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung.
Mittwoch, 4. September, 18.30 Uhr – über das Krankheitsbild der Demenz
Mittwoch, 25. September, 19 Uhr – über Pflegegeld und die Leistungen der Pflegeversicherungen
Montag, 14. Oktober, 18.30 Uhr – zur Unfallvermeidung und Wohnberatung
Montag, 28. Oktober, 18.30 Uhr – dazu, was der Klimawandel mit dem demografischen Wandel zu tun hat

Alle Vorträge finden in den Räumlichkeiten der AWO–Begegnungsstätte/Nachbarschaftstreff, Am Sturmwald 16, 44227 Dortmund statt.

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