Das Geheimnis vom Vogelzwitschern

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(v. l.) Walter Wille vom Bittermärker Friedhofsverein, Bestatter Dennis Bommer, Bestatterin Kathrin Bommert sowie Nicolai Barna und Emanuel Budimir von der Weiher GmbH vor den neuen Urnenstelen auf dem Bittermärker Friedhof. (Fotos: IN-StadtMagazine)

„Stellen wir uns vor, es ist Mai, die Linden blühen und die Vögel zwitschern“, erwiderte Walter Wille vom Bittermärker Friedhofsverein auf die Frage einer Dame, wie es denn wohl sei, auf dem Bittermärker Friedhof bestattet zu sein. Ob sie das Vogelzwitschern denn dann noch höre. „Das ist das Geheimnis“, erwiderte Wille. Aber vielleicht lohnt es ja, es darauf ankommen zu lassen, wie viel Idylle noch auf uns wirkt, wenn wir auf dieser Welt für tot erklärt wurden. Denn während der Pflege des Friedhofs leben die Mitglieder des Friedhofsvereins mit der Zuversicht, einmal hier zur Ruhe zu kommen. Seit hier spezielle Urnenstelen errichtet wurden, wünschen sich immer mehr Menschen, schon jetzt ihren letzten Ruheplatz zu buchen. Nun installierte die Weiher GmbH aus Freiburg weitere drei Stelen.

Insgesamt schafften Nicolai Barna und Emanuel Budimir so 48 weitere Urnennischen für jeweils eine bis zwei Urnen. Und das aus gutem Grund. Denn vor dem Hintergrund der Anforderungen der heutigen Arbeitswelt an die Mobilität können es nur noch wenige Familien leisten, die Gräber ihrer Angehörigen umfassend zu pflegen. Die Urnenstelen tragen dem Rechnung, indem sie nach der Bestattung keiner Pflege bedürfen.

Trotzdem garantiert das Bestattungshaus Bommert, das eng mit dem Friedhofsverein kooperiert, dass die Angehörigen auch nach zwölf Jahren, wenn die Urne entnommen wird, einen Ort für die Zwiesprache erhalten. In einer Parzelle auf dem Friedhof werden die Urnen beerdigt und liegen dort für mindestens 20 Jahre. Die Abdeckplatten der Stelen dienen als Gedenksteine.

Diese folgen zwar einem einheitlichen Farbmuster, werden jedoch individuell graviert – mit den Lebensdaten und Namen der Verstorbenen oder persönlichen Motiven. So finden sich auf einer der Abdeckplatten drei stilisierte Fische, die an die Angelleidenschaft des Toten erinnern.

Durch die ehrenamtliche Arbeit des Friedhofsvereins können die Bestattungskosten sehr gering gehalten werden, da kein finanzieller Aufwand für Personal anfällt. Dennoch betont Kathrin Bommert, dass auch bei besonders kleinem Budget Lösungen möglich sind, zum Beispiel in Form von zwölf zinsfreien Monatsraten. Wichtig ist ihr, dass niemand auf einen Ort zum Trauern verzichten muss, weil das Geld nicht reicht.

Die Mitgliedschaft im Bittermärker Friedhofsverein kostet jährlich 25 €. Weitere Informationen erteilt Walter Wille telefonisch unter der 0231/731236 oder der 0172/1514282.

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