40 Jahre Schlachtruf „Jedermann rrannn!“

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Auch zum 40. Geburtstag im Theater Olpketal stimmen die „Jedermänner“ von Westfalia Hombruch um Gruppenleiter Paul Frei (1. Reihe, 4. v. l.) ihren Schlachtruf „Jedermann rrannn!“ an. (Foto: Peter Otworowski/TuS Westfalia Hombruch)

Nicht jede Sportgruppe hat einen Schlachtruf. Die „Jedermänner“ schon. „Jedermann rrannn!“, lautet er. Wobei orthografisch strittig ist, welche Buchstaben in welcher Häufigkeit auftreten. Sicher ist allerdings, dass er schon seit 40 Jahren erklingt. Der runde Geburtstag wurde Mitte September mit einem Besuch des Theaters Olpketal gefeiert. Bei Bruno „Günna“ Knust gab es das neue Soloprogramm „Tabula Rasa“. Und bei den „Jedermännern“ viele Erinnerungen an besondere Sport- und andere Erlebnisse.

Gegründet wurde die Gruppe an einem Freitagabend im Herbst des Jahres 1979. Auch wenn – wie der Name schon sagt – Sport für jeden Mann vom Arbeiter und Angestellten bis zum Professor angeboten werden sollte, waren doch eher die Damen der Schöpfung dafür verantwortlich. „Unsere Frauen mit ihren Kleinkindern hatten die Idee, dass wir aktiver sein könnten“, berichtet Gründungsmitglied Meinhard Lemke (75). Mit Paul Frei (82) saß gleich der richtige Mann in der Runde. Der heutige Ehrenvorsitzende des TuS Westfalia Hombruch übernahm die Leitung der neuen „Jedermann-Sportgruppe“ – und hat sie immer noch in seinen erfahrenen Händen.

Aus den fünf Gründungsmitgliedern wurden schnell 20 und mehr Sportler, die sich jeden Freitagabend in der Froschloch-Halle trafen. Auf dem Programm standen leichtes Aufwärmtraining, Dehnungs- und Skigymnastik, Geräteturnen, Zirkeltraining, Hallenhockey, Basket- und Volleyball. Im Sommer trainierten die „Jedermänner“ immer freitags auf dem Sportplatz an der Deutsch-Luxemburger Straße für das Deutsche Sportabzeichen und spielten Hockey und Faustball. Zu Spitzenzeiten hatte die Gruppe 35 Mitglieder. Und 1989 erfolgte der Umzug in die größere Sporthalle der Schubert-Grundschule, in der die „Jedermänner“ auch im 40. Jahr ihres Bestehens noch Sport treiben.

„Mittlerweile nehmen wir verstärkt auf das höhere Alter Rücksicht und bieten ein differenzierteres Programm an“, sagt Paul Frei. Mittwochs spielt eine kleinere Gruppe Prellball. Am Donnerstag schwingt sich eine weitere Gruppe der „Jedermänner“ in den Fahrradsattel und erkundet die nähere und weitere Umgebung. Und immer wieder freitags trifft sich die Kerngruppe zur Wirbelsäulengymnastik sowie zum Prellball für Senioren. Im Winter haben die Sportler sogar einen gemeinsamen Kochkurs gemacht. Nicht zu vergessen: die sogenannte „dritte Halbzeit“. Denn an jedem Freitagabend geht’s für die „Jedermänner“ zum Stammtisch.

„Wer Sport und Geselligkeit sucht, ist bei uns gut aufgehoben“, betont der Übungsleiter. So gibt es neben den sportlichen Aktivitäten ein vielfältiges Freizeitprogramm, das vom gemeinsamen Tagesausflug mit den Damen im Frühjahr bis zur dreitägigen Jedermannfahrt im September reicht. Im Besitz von Paul Frei befindet sich ein Buch, das alle Aktivitäten akribisch dokumentiert. Die allererste Fahrt in die Lüneburger Heide ist dort ebenso mit Fotos und Teilnehmern vertreten wie das Segeln auf dem Ijsselmeer oder die Paddeltouren auf der Weser. „Wir machen immer etwas Aktives“, sagt der 82-Jährige. Und Sportkollege Meinhard Lemke ergänzt: „Am schönsten ist es, wenn wir improvisieren!“

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