„Wahnsinnig bunt“ – Sabine Simonse-Brunner ist Mosaizistin Am Winterberg

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Sabine Simonse-Brunner absolviert momentan eine Ausbildung in der Mosaikbauschule Dortmund. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Wer nördlich des Phoenix Sees die Straße am Winterberg entlangspaziert, wird bald auf eine Hauseingangstür treffen, die etwas anders aussieht als die anderen. Darüber nämlich geht die Sonne auf. Aus Mosaiksteinen hat die Bewohnerin den Feuerball und seine Strahlen halbkreisförmig gestaltet und umgesetzt. Geht man ein bisschen näher heran, fällt auf, dass auch der Name neben der Tür mit Mosaiksteinen geklebt ist. „Simonse-Brunner“ ist da zu lesen. Denn hinter dieser Tür wohnt Sabine Simonse-Brunner nicht nur, hier hat sie auch ihr Atelier.

Eigentlich ist Simonse-Brunner Lehrerin an einer Realschule in Gelsenkirchen. Doch beide Welten lassen sich kaum voneinander trennen und das versucht sie auch gar nicht. Vielmehr entwickelt sie gerade mit ihren SchülerInnen ein drei mal drei Meter großes Wandmosaik aus Fliesen für ihre Schule.

Mit im Boot ist hier Alexandra Kraski, die Simonse-Brunner während ihrer beider momentanen Mosaizistinnenausbildung in der Mosaikbauschule Dortmund kennengelernt hat. Passenderweise führt Kraski mit ihrem Ehemann einen Fliesenlegerbetrieb, sodass die beiden Frauen ihre Kompetenzen für das Projekt optimal bündeln können.

Noch bis September befinden sich beide in der Ausbildung, aktuell im Modul „Portrait“. Von ihrem Arbeitstisch in der Mosaikbauschule aus blickt ein junger Mann aus Fliesen schräg an der Künstlerin vorbei. Es war ihr Onkel, der Simonse-Brunner zum Elvis-Fan machte, nicht nur seiner Musik: „Er ist ein Hingucker. Schöner Mann.“ Deshalb hat sie sich für ihn mit den ausschließlich schwarzen und weißen Fliesen auf etwas Neues eingelassen. „Ich bin sonst immer wahnsinnig bunt“, sagt die Frau im leuchtend roten T-Shirt.

In zwei Jahren geht Simonse-Brunner in Pension, aber nichts tun und über den Phoenix See schauen kommt für sie auf Dauer nicht in Frage. Ihr Plan ist es vielmehr, „auf eigene Kosten die Welt zu verschönern. Dann kann man wenigstens machen, was man will.“ Anfangen kann sie damit gleich in ihrer Straße, denn aus der Nachbarschaft kamen bereits zwei Anfragen nach einer aufgehenden Sonne über der eigenen Haustür.

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