Sozialer Verbindungsweg Faßstraße?

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VertreterInnen aus Verwaltung und Politik gaben den Baustart an der Faßstraße bekannt. (Foto: IN-Stadtmagazine)

18-monatiger Umbau gestartet: Der Umbau der Faßstraße soll Hörde vereinen. Statt einer trennenden Achse zwischen Osten und Westen soll sie nun zu einer Verbindung zwischen den Menschen am Phoenix See und der Hörder Innenstadt werden. Barrierefreie Fußgängerüberwege sollen es ermöglichen, dass sich alle BürgerInnen frei zwischen beiden Seiten bewegen können, ohne zunächst ein Hindernis überwinden zu müssen. Die Straße, die laut Stadtplanungsdezernent Ludger Wilde „über viele Jahre den Stadtteil getrennt habe“, soll Hörde nun auch „optisch dichter aneinanderbringen“.

Nutzen RadfahrerInnen die Faßstraße derzeit so gut wie gar nicht, soll sie nun auch für den Radverkehr attraktiver werden. Dass dafür eine Radwegbreite von 1,75 Meter nicht ausreicht, stellte man im Rahmen des Verkehrsversuchs fest. Stattdessen sollen RadfahrerInnen in Zukunft 1,85 Meter zur Verfügung haben – rot eingefärbt und mit Fahrradpiktogrammen versehen. Außerdem prüfe die Verwaltung, ob ein „Rüttelstreifen“ zwischen Fahrbahn und Radweg infrage komme, der AutofahrerInnen darauf aufmerksam mache, dass sie verbotenes Terrain befahren, so Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl.

Hierfür hatte sich die Bezirksvertretung (BV) Hörde besonders stark gemacht, weil die Verwaltung den „Rüttelstreifen“ lange abgelehnt hatte. Auch dass der Radweg im Rahmen des Verkehrsversuchs von AutofahrerInnen „schamlos“ mitbenutzt wurde, wie Winfried Sagolla, Bereichsleiter Mobilitätsplanung der Stadt Dortmund es zum Baustart Anfang Oktober ausdrückte, brachte die BV Hörde schlussendlich dazu, sich gegen den Umbau der Faßstraße auszusprechen: Sie sieht die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden gefährdet.

Doch der Rat der Stadt sah das anders und gab der Verwaltung das Startzeichen für den Umbau. Um die Sicherheit zu steigern, ist nun eine Fahrbahnbreite von 5 Metern statt von 4,75 Metern vorgesehen. Das versetzte Fahren und die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h aus dem Verkehrsversuch sollen beibehalten werden. „Momentan sehen wir da keinen Änderungsbedarf“, so Frau Uehlendahl. Um auch den Klimaplänen der Stadt Rechnung zu tragen, sind begrünte Mittelinseln und Baumpflanzungen sowie barrierefrei zugängliche Bushaltestellen und LED Beleuchtung geplant.

Warum die Stadt ausgerechnet jetzt mit dem Bau beginne, noch vor der Fertigstellung der Hermannstraße, wollte ein Medienvertreter wissen. „Ein vernünftiges Baufenster“ wolle man schaffen, um vor den hinderlichen Witterungsbedingungen des Winters noch einiges zu schaffen, erklärte Sylvia Uehlendahl. Der eingeplante Flüsterasphalt könne beispielsweise nur bei bestimmten Mindesttemperaturen aufgebracht werden und auch „bei Regen können Sie das nicht machen“. Auch seien die Fördergelder des Landes NRW an das Jahr 2019 gebunden und die wolle man nicht verfallen lassen.

Gleichzeitig versicherte sie, dass sich die Verkehrslage in Hörde bald entspannen werde. So könnten die Bauarbeiten an der Hermannstraße voraussichtlich bereits Ende Oktober abgeschlossen werden und auch die Schüruferstraße sei bald wieder einspurig befahrbar. Die Faßstraße selbst soll während der Bauarbeiten nicht vollständig gesperrt werden, sondern lediglich „eingeschränkt auf den einspurigen Verkehr“, so Baudezernent Arnulf Rybicki. Für die nächsten 18 Monate müssen sich die BürgerInnen auf Behinderungen an der Faßstraße einstellen – mindestens. Denn im Laufe der Bauarbeiten können immer „Dinge im Boden gefunden werden, die uns bisher nicht bekannt sind“.

Beginnend mit dem 95 Meter langen Abschnitt zwischen Alfred-Trappen-Straße und Seekante wird die Baustelle sich nach und nach durch die insgesamt 680 Meter der Faßstraße arbeiten. 7,2 Millionen Euro soll der Umbau kosten, wobei 80 Prozent davon durch die Städtebauförderung des Landes NRW gedeckt werden. Während der gesamten Bauzeit wird ein städtisches Baubüro in der Hörder Burgstraße 18 für Anregungen seitens der BürgerInnen mit einer wöchentlichen Sprechstunde zur Verfügung stehen.

Ob der „Wohlfahrtswirkungen, die von dieser Straße ausgehen“ könne man sich schon jetzt „auf das Stück Straße, was hier entsteht“ freuen, so Ludger Wilde, denn der sozialen Trennung in Hörde werde mit dem Umbau entgegengewirkt. Hans-Otto Wolf von der BV Hörde ist davon nicht überzeugt: „Wir haben nicht die Erwartung, dass das bei der Planlage geschieht.“ Doch bislang können beide nur Vermutungen anstellen.

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