„Sie werden uns sehen“ – Neue Anlauf- und Beratungsstelle für Jugendliche

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„Viel Mut“ wünschte Jugendamtsleiterin Annette Frenzke-Kulbach (r. stehend) den Sozialarbeiter*innen Johann Zenses (l. stehend) und Lena Terstegge (l. sitzend) vom DJK Diözesanverband Paderborn sowie Ljuba Ljachowa (r. sitzend) von der AWO. (Fotos: IN-StadtMagazine)

„Es soll sich nicht wie eine Beratungsstelle anfühlen“, äußerte Sozialarbeiterin Ljuba Ljachowa am Rande der Eröffnung der neuen Anlauf- und Beratungsstelle für Jugendliche in der Hörder Semerteichstraße. Bewegte man sich im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung am 28. Juni mit offenen Ohren durch die stimmig eingerichteten und mit Pflanzen aufgewerteten Räumlichkeiten, sah man Ljachowa und ihre Kolleg*innen in ihrem Ziel bestätigt. Immer wieder passierte man Grüppchen, aus denen man lobende Worte in Richtung der Einrichtung vernahm.

Auch Annette Frenzke-Kulbach, Leiterin des Dortmunder Jugendamtes, zeigte sich positiv überrascht: „Ich weiß nicht, was ich mir vorgestellt habe, aber irgendwie nicht sowas Nettes.“ „Ich war auch wie weggeblasen, als ich hier reinkam“, ging Sven Beulshausen, als 1. Vorsitzender des DJK Sportverband Diözesanverband Paderborn e. V. Vertreter eines der Kooperationspartner, die sich für das Projekt der aufsuchenden Jugendarbeit „Rampe II“ zusammengeschlossen haben, noch einen Schritt weiter.

Mit „Rampe II“ wird das länger ruhende Projekt „Rampe“ wieder aufgenommen. Der Projektname steht metaphorisch für ein „Hinübergehen“, eine „Starthilfe“, ein „Stützen und Unterstützen“, wie die frischgebackene Projektleiterin Nadine Ruhrmann verriet. Dabei sitzen die Sozialarbeiter*innen nicht in ihren Büros und warten darauf, dass die Jugendlichen sich mit ihren Anliegen an sie wenden. Stattdessen bewegen sie sich in Hörde und sprechen die Jugendlichen auf der Straße an, fragen sie, was sie brauchen, ob sie sie unterstützen können.

Die neue Anlauf- und Beratungsstelle stellt als Projektbaustein nun einen Rückzugsort dar, an dem Beratungsgespräche geführt oder Bewerbungen optimiert werden können. Seit dem Start der Kooperation zwischen DJK, AWO und Jugendamt konnten bereits Jugendliche in Praktika und Ausbildung vermittelt werden. Doch auch für ein Heißgetränk bei Liebeskummer stehen die Räumlichkeiten zur Verfügung. Jörg Loose, Bereichsleiter Kinder, Jugend und Familie im AWO Unterbezirk Dortmund, sieht in der Anlauf- und Beratungsstelle einen „Ort, wo man gesehen wird“.

Die Aufmerksamkeit, das Sehen stellt einen zentralen Faktor der aufsuchenden Jugendarbeit dar. „Sie werden uns sehen“, kündigte auch Ljachowa an, das mit 570.500 Euro durch die Stadt Dortmund geförderte Projekt gemeinsam mit ihren Kolleg*innen Lena Terstegge und Johann Zenses engagiert fortzusetzen.

Die Anlauf- und Beratungsstelle in der Hörder Semerteichstraße 184 ist dienstags bis freitags vom 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Zwischen 12 und 14:30 Uhr finden terminlich festgesetzte Beratungsgespräche jeglicher Art statt.

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