Rosa Mopeds sind mit Vorsicht zu genießen

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Von Markus Rüdiger (l.) und Lea Grams (2. v. l.) von der Commerzbank erhielten die Schüler*innen der Marie-Reinders-Realschule Einblicke in das Thema Finanzen, sehr zur Freude des Schulleiters Jörg Skubinn (4. v. r.). (Foto: IN-StadtMagazine)

„Wenn ihr demnächst ein rosa Moped seht, schlagt nicht sofort zu“, beendete Markus Rüdiger von der Commerzbank das Ökonomieseminar in der Marie-Reinders-Realschule am 10. Mai.

Denn der Kauf eines rosafarbenen Mopeds kann eine Finanzkrise auslösen, wenn „die Blase platzt“, die durch den „Hype“ um rosafarbene Mopeds aufgeblasen wurde. Steigt die Nachfrage, steigt auch der Preis. Doch wenn der Trend abreißt und die Trendsetter entscheiden, dass rosa Mopeds „doch Käse“ sind, so Rüdiger, ist das teuer erstandene Moped nichts mehr wert. Was Rüdiger den Schüler*innen mit diesem Beispiel vermitteln wollte, war, in ihrem Konsumverhalten auf „faire Preise“ zu achten und gegebenenfalls eine Trendwelle vorbeirollen zu lassen. Denn im Kleinen ist die geschilderte Entwicklung genau das, was in einer Finanzkrise im Großen geschieht.

„Setzt nicht immer alles auf ein Pferd“ und „Ganz wichtiger Punkt: Seid kritisch“, gab Rüdigers Kollegin Lea Grams den Jugendlichen als ihre zentrale Botschaft mit auf den Weg. Ihre Aufgabe als Bankberaterin sei es, Fragen zu beantworten, und seien sie noch so kritisch. Denn schließlich gehe es um das Geld ihrer jungen Kund*innen.

Für Grams war es ein persönliches Anliegen, den Schüler*innen die Grundlagen der Finanzwelt nahezubringen, denn im Austausch mit Auszubildenden und Bankberater*innen, die wie sie neben dem Beruf studierten, wurde deutlich: „Uns hat das halt gefehlt“, als sie noch zur Schule gingen. Auch Schulleiter Jörg Skubinn hält es für essenziell, die Schultore zu öffnen: „Schule ist dazu verpflichtet, das Leben von außen in die Schule zu holen.“ Auch nähmen die Jugendlichen Praktiker*innen von außen vollkommen anders wahr als ihre Lehrkräfte: „Der Prophet im eigenen Land gilt meistens nicht so viel wie der, der von außen kommt.“

Dass dies nicht nur leere Worte sind, beweist das Feedback der Schüler*innen, die als Teilnehmende des Ökonomiekurses an ihrer Schule auch an dem Seminar durch die Finanzexperten teilgenommen hatten. Im Ökonomiekurs beschäftige er sich mit einem „der Dinge, die einem wirklich im Leben weiterhelfen“, ist der 14-jährige Maximilian überzeugt – und das beruflich und privat. Auch seine 15-jährige Mitschülerin Luca findet: „Man lernt etwas Nützliches.“ Die 15-jährige Lea denkt dabei ganz konkret an die Familiengründung, zu der sie langfristig auch den Hausbau rechnet.

Vielfach wird bezweifelt, ob der Spruch „Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir“ wirklich viel mit der Realität zu tun hat. Wenn aber Schule in lebensnahen Konzepten mit Weitblick umgesetzt wird, verlässt die Institution Schule ihr Inseldasein.

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