Im wilden Tal des Wannebachs

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Unterwegs mit Ferdinand Ziese auf den Spuren von Räuberhauptmann Dolf Mohr (Fotos: IN-StadtMagazine)

Ende Dezember fand erneut eine Fackelwanderung für Interessierte mit dem Holzener Ortsheimatpfleger Ferdinand Ziese statt. Den 23 großen und kleinen Teilnehmenden brachte er bei einer Wanderung die Geschichte um den Räuberhauptmann Dolf Mohr zu Gehör.

Im Schein der Fackeln ging es am Treffpunkt Haus Ledendecker auf der Kreisstraße los – der Weg führte über den Wannebach in Richtung Wannebachtal und ehemaliges Waldrestaurant Jägerheim. Ziese erzählte, warum der in der ganzen Umgebung bekannte und rechtschaffene Fuhrmann Dolf Mohr überhaupt ein Räuber wurde. Denn die Zeit um 1848 und die damalige Revolution waren schrecklich – auch für die heimische Bevölkerung. Mohr geriet mit seiner Familie in große Not, da die Kartoffelfäule grassierte und Geld für Einkäufe fehlte. Dolf begann mit Diebstählen bei den reichsten Bauern um Holzen, aber eigentlich war es mehr Mundraub, um die Familie vor dem Hungertod zu bewahren, so Ferdinand Ziese. Bald aber wurde er mit seiner Bande „Leidesgenossen“ mehr zu einem „Robin Hood“ des Schwerter Waldes.

Es gibt viele Geschichten darüber, wie die Obrigkeit von ihm genarrt wurde – auch von einigen Verhaftungen und Ausbrüchen aus Gefängnissen in Dortmund. Aber stets half er der armen Landbevölkerung und nahm nur von den Reichen, die ohne Mitleid für das Elend waren. Ziese berichtete auch von Mohrs nächtlichen Raubzügen zugunsten der armen Leute und vom Verrat seiner Frau. Denn Mohr hatte angeblich eine Geliebte und wollte mit dieser nach Amerika auswandern – was natürlich einfacher zu realisieren war als mit Ehefrau und einem „Stall“ voller Kinder.

Das war vielleicht auch der Grund weshalb er wohl von seiner Frau ans Messer geliefert und hinterrücks erschossen wurde: Denn im Jahr 1851 bekam die Hörder Polizei einen anonymen Hinweis, worauf sich zwei Polizisten auf den Weg machten. Als Mohr wieder versuchte zu entwischen, schoss der Gendarm Mönkebüscher auf ihn. Eigentlich hatte er dem Räuber nur in sein Bein schießen wollen, aber es war der Todesschuss.

Am Ende der tollen Wanderung verteilte Ziese die Goldtaler des Mohr-Schatzes unter den Kindern und einige Kräuter in flüssiger Form unter den Erwachsenen.

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