Eine Chance für Generation Z – 33 Junior-Coaches absolvierten ihre Ausbildung

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Am 7. Januar erhielten die frischgebackenen Juniorcoaches ihre Zertifikate. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Die Generation Z* ist faul. So eine ebenso häufig aufgestellte wie selten überprüfte Behauptung. Doch woher kommen dann die 33 Juniorcoaches – darunter 14 vom SV Berghofen, einer vom ASC 09, einer vom FC Wellinghofen und einer vom VFL Bochum sowie 16 von der Marie-Reinders-Realsschule – die an der Marie-Reinders-Realschule ausgebildet wurden und am 7. Januar ihre Zertifikate erhielten?

Für Anke Bohlander, Koordinatorin Sportverein/Schule/Kita beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen, widerlegen diese jungen Menschen die üble Nachrede gegen ihre Generation.

„Gesellschaft braucht verlässliche Botschafter einer Sache“, eine Rolle, die die Mädchen, Jungen und jungen Erwachsenen auf eine Weise ausfüllten, die den „gesellschaftlichen Mehrwert“ ihrer Juniorcoach-Ausbildung sichere, machte Bohlander ihre Wertschätzung für das Engagement der jungen Teilnehmenden deutlich. Herbert Hrubesch von der Talentförderung beim DFB Westfalen formulierte es bildhaft: „Der DFB steht ja immer für die Profis und das viele Geld“, aber ohne den ehrenamtlichen Einsatz an der Basis wüsste früher oder später „der Jogi da oben nicht, wen er aufstellen soll“.

Doch die fußballerische Leistung ist nur eine Seite des Wanderpokals. So lernten die Jugendlichen bei ihrem Ausbilder Alexander Lüggert natürlich, im Kindertraining, auf das sich die Ausbildung vorwiegend richtete, die „richtige Passtechnik“ zu vermitteln. Gleichzeitig befassten sie sich jedoch intensiv mit den „Werten des Fußballs“ und dem Umgang mit den Kleinsten. Dabei wurde deutlich: „Das Kindertraining ist kein abgespecktes Jugendtraining“, wie Jörg Skubinn, Schulleiter der Marie-Reinders-Realschule formulierte, sondern stellt seine ganz eigenen Anforderungen.

Umgekehrt habe er im Rahmen seiner Ausbildung gemerkt, dass er als Trainer den Kindern etwas geben könne, erzählte der 15-jährige Leon Tasov, der genau wie viele andere Trainer beim SC Berghofen werden möchte. Und nicht nur er brachte eine wichtige Eigenschaft aufs Tableau. Auch die 15-jährige Katharina Schneider betrachtet retrospektiv Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein als unabdingbare Grundlage für das Trainerinnendasein.

Zusammen mit dem intensiven Engagement schwingt dies wohl mit, wenn es in einer Bewerbung um einen Ausbildungsplatz heißt: „Ich trainiere eine Jugendmannschaft“, ein Satz, den Skubinn als eindeutigen Multiplikator im Auswahlverfahren sieht. Als Vertreter der Commerzbank, die den Großteil der Juniorcoach-Ausbildung gesponsert hatte, bestätigte Achim Schreiber Skubinns Einschätzung. Bei der Auswahl einer oder eines Auszubildenden werde man die anwesenden Jugendlichen bevorzugt behandeln, versprach er.

Denn das Engagement ist offenbar: An vier Samstagen haben die Teilnehmenden jeweils sieben Stunden investiert – beginnend am frühen Morgen. „Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen“, findet Skubinn. An diesen Samstagen habe er „Trainertalente“ kennengelernt, die nun die Chance hätten, ihre Generation „mitzuprägen“, so Lüggert. Daher freue er sich auf das nächste Treffen mit den Jugendlichen: „Man sieht sich immer zweimal im Fußball.“

* Generation Z umfasst die Jahrgänge von circa 1995 bis 2010

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