„Ein ganzer Garten“ für die Bienenkönigin – Kinderkunst bei transfer.

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(v. l.) transfer.-Inhaberin Birgit Lange-Grieving, Kinder- und Jugendbuchexpertin Jennifer Hauss, Projektleiterin Monika Driesner-Goerke, Kitaleiterin Barbara Polaszek-Rybak und Lesepate Rüdiger Wulf. (Foto: IN-StadtMagazine)

Während des Lockdowns liefen viele Kitas Gefahr, zum bloßen Verwahrort zu werden. Um ihrem Bildungsauftrag weiterhin nachzukommen und den Kindern auch ein bisschen was für die Seele mitzugeben, organisierte die Fabido-Kita Strohnstraße Vorlesestunden im kitaeigenen Schrebergarten. Entsprechend der Umgebung präsentierte Rüdiger Wulf als Stamm-Lesepaten der Kita den Kindern vor allem Märchen mit Naturbezug. Davon inspiriert erstellten die Kinder kleine Kunstwerke, die im Juli im Schaufenster der Buchhandlung transfer. zur sehen waren.

„Sie glauben gar nicht, was in so ein sechsjähriges Köpfchen alles reinpasst“, erzählt Erzieherin Monika Driesner-Goerke. Als gelernte Museumspädagogin ist es ihr ein besonderes Anliegen, die Kinder mit der Kultur in Kontakt zu bringen. Sie ist auch diejenige, die das aktuelle Projekt zur Zertifizierung der Kita Strohnstraße zur Kultur-Kita betreut. In diesem Zusammenhang ist Kitaleiterin Barbara Polaszek-Rybak überzeugt: „Da sind wir super aufgestellt, mit Monika und ihrem Fachwissen und ihren Connections.“ Deshalb hält sie ihrer Mitarbeiterin gern den Rücken frei, damit diese Zeit für die Umsetzung der Projekte und die notwendige Dokumentation findet. Für September ist eine Ausstellung im U mit dem Titel „Künste in der Kita“ geplant, an dem alle Kitas teilnehmen, die sich momentan in Zertifizierung befinden.

Viele Bilder im Schaufenster der Buchhandlung erinnern nicht von ungefähr an Jackson Pollocks „Lavendelnebel“. Denn der Lavendel ist das Reich der „Bienenkönigin“ und das Grimmsche Märchen gehörter zu den Texten, mit dem sich die Kinder im Schrebergarten beschäftigten. Was da nach dem „gewollten Zufall“ entstand – wie Driesner-Goerke Pollocks Arbeitsweise beschreibt – ist „ein ganzer Garten, das ist ein Kleingarten“, so der sechsjährige Robert über sein Kunstwerk.

Einmal wöchentlich trifft Wulf sich für eine Stunde mit einer Gruppe von rund elf Kindern. Normalerweise auf dem „Vorlesesofa mit sehr begehrten Sitzplätzen, teilweise wild umkämpften Sitzplätzen“. Jedes Mal gebe es zwischen den Kindern auszufechten, „wer diesmal neben mir, hinter mir, über mir, auf mir sitzen darf“, so Wulf. Seit März ist das natürlich bis auf Weiteres vorbei. Aber dass auch der Schrebergarten ganz neue Inspiration in den Kinderköpfen weckt, zeigte die Ausstellung bei transfer. sehr eindrücklich. Bereits eine ganze Weile arbeiten Kita Strohnstraße und transfer. zur „gegenseitigen Befruchtung“ zusammen, wie transfer.-Inhaberin Birgit Lange-Grieving formuliert.

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