Angstraum Hörder Bahnhof

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Dortmunder Angstraum Nummer Zwei ist der Hörder Bahnhof. Zumindest, soweit eine Facebook-Umfrage der RuhrNachrichten aus dem Herbst als repräsentativ betrachtet werden kann. (Archivfoto: IN-StadtMagazine)

Besonders seit der tödlichen Messerattacke auf eine Schülerin im Jahr 2018 haben viele „ein gewisses mulmiges Gefühl am Hörder Bahnhof“, beschreibt Ralf Neuhaus, 1. Vorsitzender der SPD Hörde-Nord.

Gemeinsam mit seinem Ortsverein hat er auf das Ergebnis der RuhrNachrichten-Umfrage reagiert und Jürgen Walther, Leiter der Abteilung Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsangelegenheiten beim Ordnungsamt, ins Haus Wüstefeld in der Hörder Rathausstraße eingeladen.

Jürgen Walther, Abteilungsleiter Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsangelegenheiten der Stadt Dortmund (2. v. r.), war von (v. l.) Edeltraud Kleinhans, Pascal Stember, Werner Baschin, Ralf Neuhaus, Kevin Lifieri und David Liskatin von der SPD Hörde-Nord zum Gespräch eingeladen worden. (Foto: IN-StadtMagazine)

Entsprechend dem „Masterplan Kommunale Sicherheit“, den die Stadt Dortmund im letzten Jahr herausgegeben hat, unterschied Walther zwischen der „objektiven Sicherheitslage“ und dem „subjektiven Sicherheitsempfinden“. An diesem Montagabend bei der SPD konzentrierte er sich in Anbetracht des subjektiven Charakters einer Umfrage über die sozialen Medien vor allem auf das Gefühl, mit dem sich die Menschen am Hörder Bahnhof bewegen.

Seiner Darstellung nach hängt ein Unsicherheitsgefühl zu einem Großteil mit Beleuchtung und Sauberkeit zusammen, am Hörder Bahnhof wohl mit letzterem. Ein ganz spezielles Problem stellten die Zuständigkeiten vor Ort dar. So ist die Bahn für die Unterführung zu den Gleisen zuständig, das Bahnhofsgebäude befindet sich im Besitz der Firma Pink-Invest, den Gehweg muss die EDG sauberhalten und der U-Bahn-Bereich liegt bei der DSW21.

So malte Walther folgenden typischen Fall aus: Eines der ansässigen Geschäfte lagert Kartonagen im Außenbereich. Bevor die Inhaberin oder der Inhaber sie entsorgen kann, werden sie auf den Gehweg geweht, wodurch die EDG zuständig wird. Diese will gerade reagieren, als der Abfall vom Wind erfasst und auf die Bahngleise geweht wird, die ausschließlich durch Mitarbeitende der Bahn betreten werden dürfen. Auf diese Weise verschiebt sich die Zuständigkeit vom einen zur anderen und die BürgerInnen müssen mit dem Müll leben. Der dafür sorgt, dass sie sich unsicher fühlen.

Gemeinsam mit der EDG will das Ordnungsamt nun bald „Mülldetektive“ losschicken, die illegales Entsorgen ahnden. Auch bei „Nacht-und-Nebel-Kippern“, die sich heimlich größerer Mengen Abfall entledigen, soll „die Strafe auf dem Fuße folgen“. Da das „subjektive Sicherheitsempfinden“ darüber hinaus jedoch vielfach auf öffentlichen Alkoholkonsum durch Jugendliche zurückzuführen sei, sei der Einsatz weiterer Ordnungskräfte geplant. Bereits im Jahr 2018 habe der Rat der Stadt beschlossen, den Ordnungsdienst auf 70 Kräfte aufzustocken. Eine Aufgabe, die sich angesichts wachsender Konkurrenz durch „das private Sicherheitsgewerbe“ als schwierig erweist. Nun plant man unter anderem die Ausbildung neuer Fachkräfte.

Bis dahin setzt die Stadt weiter auf „Bürgerdialoge“, wie es im Masterplan Kommunale Sicherheit heißt. Bislang wurde in Hörde aber nur der Bereich um den Phoenix-See berücksichtigt. Um auch den Hörder Norden ins Gespräch zu bringen, hatte der Ortsverein Jürgen Walther ins Haus Wüstefeld eingeladen.

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