680 Jahre Stadtrechte Hörde

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Da die Feier in diesem Jahr ausfallen muss, erinnert man sich gerne an Vergangenes: (v. l., außer Kutscher) Willi Garth, Vorsitzender des Heimatvereins und Mitglied des Stadtbezirksmarketings Hörde, Wolfgang Buntrock als Konrad von der Mark, Tanja Stöckert als Elisabeth von Kleve und Ulrich Spangenberg, Verwaltungsstellenleiter und Geschäftsführer des Stadtbezirksmarketings Hörde, beim Konrad- und Elisabeth-Erntefest 2015. (Archivfoto: IN-StadtMagazine)

Am 15. August 1340 verlieh Graf Konrad von der Mark mit Genehmigung von Konrads Neffen, dem regierenden Grafen Adolf IV. von der Mark, dem Dorf Hörde die Stadtrechte. Dadurch wurden die BewohnerInnen mit besonderen Freiheiten bedacht. Zudem durften nun ein freier Wochenmarkt und zwei freie Jahrmärkte gehalten werden.

Seit wann die HörderInnen die Verleihung der Stadtrechte groß gefeiert haben, ist nicht überliefert. Es waren aber zeitweise Veranstaltungen von unglaublicher Größe. In den 50er Jahren gehörten noch zahlreiche kostümierte Reiter und Fußgruppen dazu. Die mit Abstand größte Veranstaltung fand zur 650-Jahr-Feier im Jahr 1990 statt. Damals gab es noch mehrere Großunternehmen in Hörde, die prächtige Festwagen für den Umzug bereitstellten und das Großereignis finanziell unterstützen. Die Hörder Stiftsbrauerei zog alle Register, was das Sponsoring anging. Das war ein Ereignis, dem keine vergleichbare Veranstaltung mehr folgte. Ganz Hörde war auf den Beinen. Zeitzeugen schwärmen noch heute davon. Es gab in der Folge jährlich mehrere große Veranstaltungen. Die Historie der Stadt Hörde fand dabei nicht die erwartete Würdigung. Immerhin ist Hörde der einzige zu Dortmund eingemeindete Vorort, der eigene Stadtrechte besaß.

1991 sprach der Vorsitzende des damaligen Altstadtkreises Hans Pingel den Vorsitzenden des Hörder Heimatvereins Willi Garth an, um wieder mehr Historie in die Feste einzubringen. Beide sind quasi die geistigen Väter des erfolgreichen heutigen Konrad- und Elisabeth-Erntefestes. Man schlug vor, das Stadtfest und das Erntefest zusammenzulegen und alles mit viel mittelalterlichem Flair zu umrahmen. Auftritte des Gründerpaares Konrad und Elisabeth, das dabei die Stadtrechte verliest, wurden seitdem ein fester Bestandteil. Garth entwarf nach einem kleinen Siegelabdruck von 1343 das neue Logo des reitenden Konrad. Schließlich wurde das nachgezeichnete Siegel 2001 auch noch für einen repräsentativen Schmuckteller verwendet.

Inzwischen ist aus dem Altstadtkreis der Aktivkreis der Hörder Kaufleute geworden. Der jetzige Vorsitzende Michael Gündel bemüht sich, das bedeutende Hörder Fest weiter so attraktiv wie früher zu gestalten. Das Hörder Stadtbezirksmarketing fördert die Veranstaltung und der Hörder Heimatverein ist noch immer an der Verlesung der Stadtrechte durch Konrad und Elisabeth beteiligt. Die evangelische Gemeinde sorgt für die Kostümierung der aus der Gemeinde stammenden Darstellenden.

1940 fiel die große Geburtstagsfeier dem 2. Weltkrieg zum Opfer. Das 680-jährige Jubiläum muss in diesem Jahr leider wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Die Hoffnung liegt auf einer würdigen Nachfeier im nächsten Jahr.

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