Anpfiff: Buchtipp »Fieberwahn«

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Der Fußball sei dabei, sein Herz zu verlieren und für seine eigentlichen Fans unerschwinglich zu werden: Diese Sorge treibt den renommierten Sportjournalisten Christoph Ruf um, der seine Bestandsaufnahme schließlich vor zweieinhalb Jahren in dem Buch „Fieberwahn“ zu Papier brachte. Eindrucksvolle Schlaglichter werfen die Kapitel auf eine Amateurclub-Szene, die sich von den Fußballfunktionären immer weniger wertgeschätzt fühlt. Ruf besucht Vereine, die versuchen, sich dem Druck des Marktes durch stärkeres Einbinden der Fans entgegenzustemmen, beleuchtet aber ebenso Auswüchse wie die Entwicklung des Traditionsvereins 1860 München, der sich komplett von Investor Hasan Ismaik abhängig machte, und dennoch den sportlichen Niedergang nicht stoppen konnte.

Auch als flammendes Plädoyer für die Beibehaltung der „50+1“-Regelung und gegen „englische Verhältnisse“ kann „Fieberwahn“ verstanden werden. Zu diesem Zweck heftet sich Ruf an die Fersen von Keith, Gareth und ihren fünf Liverpooler Kollegen, die sich aus Gründen des Preis-Leistungs-Verhältnisses einen Bundesliga-Trip nach Dortmund gönnen und fassungslos auf all das Wechselgeld starren, welches sie am Bierstand des Stadions zurückbekommen. Einen Masterplan gegen aktuelle Marktmechanismen hat auch der 49-jährige Autor nicht auf Lager, seine Analyse allerdings ist gründlich und umfassend – und dürfte vielen, die wie er mit ganzem Herzen an der populärsten Sportart der Welt hängen, eine Stimme gegeben sowie Zusammenhänge verdeutlicht haben.



Gewinnspiel – Wir verlosen ein Exemplar des Buchs von Christoph Ruf „Fieberwahn“

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