Erfahrungsbericht: so war es im Juni – Etappen der 100 Schlösser Tour im Münsterland

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Bereits zum 4. Mal machten sich die Psychoonkologinnen Susanne Grohmann, leitende Psychologin der Gelderlandklinik und Ursula Weber, Johannes-Hospital Dortmund,  mit Krebspatientinnen zu einer mehrtägigen Radtour auf.

Beide sind selbst begeisterte Radlerinnen, haben das Projekt 2014 aus der Taufe gehoben, um die Erkenntnisse zu Sport in der Krebsnachsorge ins Praktische umzusetzen. 12 Krebspatientinnen hatten sich angemeldet und weit mehr hatten Interesse an der  Tour gezeigt.

Nach Touren auf dem RuhrTalRadweg, der Niederrheinroute sowie der Römer-Lippe-Route ging es diesmal auf einen Rundkurs durch das Münsterland. Sowohl Teilnehmerinnen der letzten Touren als auch  „Neulinge“ trafen sich am Münsteraner Hauptbahnhof. Es ging in süd-östlicher Richtung aus der Stadt und schon nach zwei Kilometern erreichte die Gruppe am „Haus Lütkenbeck“ die erste Sehenswürdigkeit an der 100-Schlösser-Route.

Entlang der Werse ging es auf idyllischen Wegen bis zur Pleister-Mühle und weiter nach Telgte. Hier konnte bei einer Mittagsrast die Gnadenkapelle und die schöne Innenstadt besucht werden.  Weiter ging es am Emsradweg nach Warendorf und zum ersten Quartier in Milte. Gestärkt mit einem ausgiebigen Frühstück und durch einen Tagesimpuls auf die Erfahrung der „neuen Wege“ eingestimmt, ging es über die „Grenzgängerroute“ ins „befreundete Ausland“ nach Niedersachsen, wo Glandorf und Bad Iburg die nächsten Streckenziele waren.

Immer wieder wurde an liebevoll angelegten Pausenplätzen Rast gemacht. Hier konnten auch die täglichen Rätsel diskutiert werden, die von der Reiseleitung gestellt wurden und die Gruppe fand schnell in immer neuen Konstellationen einen guten Wechsel zwischen Ruhe, persönlichem Austausch und gemeinsamem Spaß. In Lienen lockte der Barfußpark dazu, die Füße von den Pedalen zu nehmen und über Stock und Stein zu gehen (im wahrsten Sinne des Wortes) sowie in Wiese und Matsch den Boden genau zu ertasten.
So gab es beim Tagesziel in Lengerich viel zu berichten über die ereignisreiche Etappe. Der nächste Tag führte vorbei an den Dörenther Klippen, auch als „Hockendes Weib“ bekannt, über Saerbeck (mitten durch den Schlosspark) zum nördlichsten Punkt der Strecke in Rheine. Hier genoss die Gruppe die Mittagsrast und die herrlichen Wege an der Ems.

Ab Rheine ging es über die Rad-Bahn Münsterland auf einer alten Bahntrasse bis Steinfurt, dann weiter über die Rad-Bahn bis Billerbeck. Trotz des mitgeführten Gepäckes schafften alle –tretend oder schiebend –diese anstrengende Wegstecke und konnten sich selbst beweisen, dass trotz der durchgemachten Krankheit und z.T. auch aktuellen Belastungen durch Therapiemaßnahmen ihr Körper in der Lage ist, viel zu schaffen. Stolz genossen danach alle die rasante Abfahrt nach Billerbeck und ließen sich vom „Billerbecker Dom“, der für ein kleines Dorf beeindruckende Ausmaße hat, begeistern.  Immer wieder dräuten  Regenwolken, der Himmel meinte es dann aber gut, sodass über Nottuln und Appelhülsen der Dortmund-Ems-Kanal bei Senden trocken erreicht wurde und einige Teilnehmerinnen die Gelegenheit zu einem erfrischenden Bad im Kanal nutzen.

Die Strecke am  letzten Tag führte die Gruppe auf dem Dortmund-Ems-Kanal-Weg nach Münster.

Erfahrungen
Das Projekt Radwandern für Krebspatienten wurde von allen Teilnehmerinnen als bereichernd und stärkend erlebt. Die Erfahrung, in einer Gruppe eingebunden zu sein mit ebenfalls Betroffen und in Begleitung der Psychoonkologinnen,  den eigenen Körper  und die eigenen Kraft-Potentiale  neu zu „Erfahren“, in den 5 intensiven Tagen des Miteinanders und in der Natur  haben alle beglückt und tief berührt. Die begleitende Fragebogenevaluation bestätigt dies; es  ergaben sich deutliche Effekte in den Bereichen „Belastungserleben“ sowie eine Reduktion bei den Faktoren Angst und Depressivität.

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