Demenzen sind nach Depressionen die zweithäufigste psychische Erkrankung im Alter

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Der Begriff Demenz setzt sich aus mens (lat. für Verstand) und de (abnehmend) zusammen. Solange noch keine Beeinträchtigung des Alltags vorhanden ist, wird die Demenz als „milde geistige Beeinträchtigung“ bezeichnet. Die Symptome gehen aber über die normale altersbedingte Vergesslichkeit hinaus. Die häufigsten Demenzen sind die degenerativen, primären Demenzen vom Alzheimer-Typ und die durch Durchblutungsstörungen bedingte vaskuläre Demenz. Die Alzheimer Demenz kann in geringer Anzahl auch in jüngerem Alter auftreten – als präsenile Form. Die häufigere senile Form (ab 65 Jahren) nimmt mit steigendem Alter noch zu, vaskuläre Demenzen eher weniger.

Sekundäre Demenzen sind die Folge anderer Erkrankungen (Stoffwechselstörungen der Schilddrüse, Nierenerkrankungen, Leberfunktionsstörungen), wie durch den Aufstau von Nervenwasser im Gehirn. Diese Demenzformen kommen, auch wegen der verbesserten Diagnostik, seltener vor.

Die senile Alzheimer Demenz beginnt oft schleichend. Erst bei gezieltem Befragen des Patienten fallen die schon bestehenden Orientierungslücken auf. Zusätzliche können noch andere Symptome wie Depression oder Schlafstörungen auftreten.
Zur Diagnostik gehört eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte. Tests zur Einschätzung der Merkfähigkeit, der Verarbeitungsgeschwindigkeit oder der Orientierung werden durchgeführt und dienen auch der Abgrenzung zur Depression.
Wie es zur Erkrankung kommt, ist noch immer nicht vollständig geklärt. In einer niedrigen Prozentzahl wird von einer möglichen Vererbung der Erkrankung gesprochen. Eine Vermutung besteht, dass auch noch unbekannte Infektionen oder Prionen als Auslöser in Frage kommen. Fakt ist das Absterben von Gehirnzellen, was in einer Computertomographie als Schrumpfung des Gehirns erkennbar werden kann.
Die manifeste Erkrankung wird in 3 Schweregrade eingeteilt: leicht, mittelgradig und schwer, sie ist in höherem Alter die häufigste Ursache für Pflegebedürftigkeit. Frauen überwiegen bei Alzheimer, Männer bei vaskulärer Demenz.

Demenzen aufgrund von Durchblutungsstörungen im Gehirn und manche sekundäre Demenzen sind bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung gut durch Medikamente verbesserbar, umkehrbar, sogar heilbar. Auch zur medikamentösen Behandlung der Alzheimer Demenz stehen Arzneimittelgruppen zur Verfügung, die den Verlauf der Alzheimer-Krankheit um Monate bis sogar Jahre etwas verzögern können.

Nicht-medikamentös kann mittels Hirnleistungstraining in der Ergotherapie behandelt werden, um vorhandene Defizite zu stabilisieren, evtl. sogar Gedächtnisfunktionen etwas zu verbessern – Nervenverknüpfungen bleiben erhalten bzw. werden neu gebildet. Die Therapiekombination ergibt bisher die besten Resultate.
Eine Impfung ist in der Testphase – bis zur Heilung oder sicheren Vorbeugung vergeht sicher noch einige Zeit.

Chefärztin Dr. med. Petra Dlugosch. LWL-Klinik Dortmund

Informationen erhalten Sie bei Ihren Hausärzten, bei Neurologen und Psychiatern, in den landesweit verbreiteten Gedächtnissprechstunden (Gerontopsychiatrien), den Demenz-Servicezentren und bei den regionalen Selbsthilfegruppen (Alzheimer-Gesellschaf

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