„Wir“ – Der Bildband zum Jubiläum der LWL-Klinik Dortmund

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Oberarzt Hans Joachim Thimm beantwortet einige Fragen zu den Bildbänden der LWL-Klinik. (Foto: IN-StadtMagazine)

Zum 125-jährigen Jubiläum der LWL-Klinik Dortmund ist ein dritter Bildband mit dem Titel „Wir“ über die psychiatrische Klinik mit Standort in Aplerbeck erschienen.
Herausgegeben wurde er von der Betriebsleitung der Klinik. Idee, Umsetzung und ein Großteil der Fotos stammen vom Oberarzt der Klinik, Hans Joachim Thimm. Wir sprachen mit dem bekannten und sehr beliebten Oberarzt.

Es gibt drei Bildbände über die LWL-Klink Dortmund. Welche Themen behandeln sie im Einzelnen?

Der erste Bildband „Mitten vom Rande“ erzählt die Geschichte der LWL-Klinik Dortmund. Darüber hinaus kommen Beschäftigte der Klinik mit „ihrer Geschichte“ zu Wort. Sie erzählen von ihrer täglichen Arbeit in der Klinik. Der zweite Bildband „Gebäude im Wandel der Zeit“ ist eine Festschrift, die anlässlich der Eröffnung des Phönix-Hauses erschienen ist. Er beschäftigt sich mit der Baugeschichte der Klinik.

Der dritte Band ist unter dem Titel „Wir“ erschienen. Warum gerade dieser Titel?

Mir ging es darum, den Menschen der LWL-Klinik Dortmund, die seltener mediale Aufmerksamkeit erfahren, aber in der psychiatrischen Therapie sehr wesentlich sind, eine Stimme und ein Gesicht zu geben. Dabei sollten möglichst alle Arbeitsgruppen der Klinik vorgestellt werden. Alle Teams wurden in halbstündigen Interviews befragt. Dabei sollten die Teammitglieder beispielsweise mitteilen, worin ihre persönlichen Stärken liegen und weshalb sie gern in der Klink arbeiten. Das Ergebnis dieser Interviews wurde danach in einer Wordcloud dargestellt. Natürlich wurden alle Teams fotografiert. Interviews und Fotos entstanden spontan, ohne Ankündigung. Sie sind daher in besonderer Weise unmittelbar und authentisch. Das „Wir“ macht dabei keinen Unterschied zwischen den einzelnen Berufsgruppen. „Wir” benötigt keine Hierarchien, weil alle Menschen – ohne Ausnahme – für die tägliche Arbeit der LWL-Klinik Dortmund bedeutsam sind.

Der Inhalt gibt einen sehr persönlichen und interessanten Einblick in die tägliche Arbeit der Klinik. Ist dies als Dank an die Mitarbeiter zu sehen? Oder ist es für die Patienten eine Möglichkeit, Vorurteile über die Psychiatrie abzubauen?

Der Betriebsleitung, die in jeder Phase der Entstehung des Buches die Arbeit unterstützt hat, war es wichtig, alle Kolleginnen und Kollegen in der Klinik wertzuschätzen und ihnen Danke zu sagen. Auf diese Weise sollten das große Engagement, der persönliche Einsatz und die Empathie der Beschäftigten durch die Klinikleitung gewürdigt werden. Darüber hinaus war es wichtig, der Öffentlichkeit nahezubringen, dass in der Psychiatrie Menschen wie du und ich ihre Arbeit machen. Der Bildband zeigt auf den spontan entstandenen Fotos zugewandte, freundliche Gesichter. Außerdem gibt er durch die Interviews einen Einblick in das, was die Menschen persönlich antreibt und befriedigt, ihre Arbeit in der LWL-Klinik Dortmund zu machen.

Wie haben die Mitarbeiter die Befragung empfunden?

Nahezu alle Teams der Klinik in einem halbstündigen und kurzweiligen Gespräch zur ihrer Arbeitsmotivation zu befragen, stellte sich schon nach den ersten Interviews als ein ausgesprochenes Vergnügen dar. Ausnahmslos alle Kolleginnen und Kollegen fanden die Idee des Buches gut und stellten sich, trotz Stress und Zeitmangel, gern meinen Fragen. Oft geriet meine Fragestunde dann auch zu einem angeregte Plausch über Vergangenes und Heutiges in der Klinik. Ich war sehr angetan von der Ernsthaftigkeit und dem Engagement, aber auch von der Freude und dem Humor, mit dem die Beschäftigten der Klinik ihren beruflichen Alltag sehen. Außerdem war es etwas Besonderes für mich, viele Kollegen, mit denen ich im Laufe meiner klinischen Tätigkeit zu tun und die ich aus den Augen verloren hatte, wiederzusehen.

Sind weitere Bücher zum Thema LWL-Klinik geplant?

Konkrete Veröffentlichungen hat meines Wissens die Betriebsleitung jetzt noch nicht vorgesehen. Ich arbeite gerade an einem Bildband, der Bilder des bekannten Dortmunder Künstlers Walter Liggesmeyer vorstellen wird, welche von der LWL-Klinik Dortmund erworben worden sind. Sie schmücken zahlreiche Häuser, besonders aber das Phönix-Haus der Klinik. Die positiven und farbenfrohen Bilder tragen auf ihre eigene Weise zu einer freundlichen Behandlungsatmosphäre bei. Das könnte ein ganz besonderer Kunstband werden.

Der Bildband „Wir“ ist erhältlich bei Angelika Herstell: 0231/45 03 – 3855 und kostet 13,95 €

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