„Wer sie rettet, gewinnt“ – neue Sonderausstellung im Kindermuseum mondo mio!

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Symbolfoto: pixabay

Am 16. Juni 2019 öffnet im Dortmunder Kindermuseum mondo mio! die neue Sonderausstellung – ein Kunst Spiel Raum, in dem Kinder und Jugendliche von 12 bis 16 Jahren um die Rettung von Fluchtgeschichten aus drei Jahrhunderten spielen.

Die Direktorin Monika Lahme-Schlenger freut sich sehr, dass die Ausstellung, im mondo mio! Kindermuseum startet. Denn “das Thema bewegt uns seit vielen Jahren in unserer gesamten interkulturellen Museumsarbeit. Mit dem Zielpublikum Kinder und Jugendliche von 12 bis 16 Jahren öffnen wir unser Haus für diese Altersgruppe, der unser besonderes Interesse gilt.“

Gegenwärtig sind 69 Millionen Menschen auf der Flucht. Und angesichts des Klimawandels und zunehmender Naturkatastrophen, wird Flucht zu einer der großen Herausforderungen, mit der sich auch die nächste Generation auseinandersetzen wird.

„Grund genug, das Thema Flucht für Kinder und Jugendliche aus einer anderen Perspektive zur Diskussion zu stellen und gegen Fake News, Populismus und Vorurteile Geschichten von Menschen zu erzählen, denen, um zu leben, nicht anders übrig blieb, als zu fliehen. Unser Umgang mit Geflüchteten ist auch eine Auseinandersetzung darüber, wie diese Demokratie aussehen soll? Wie viel Raum, Respekt und welche Rechte wir anderen zugestehen wollen? Und wie wir miteinander leben wollen?“ sagt Yvonne Leonard, die Kuratorin des Projektes vom Neuen Universum.

Mit Rescued Memories wird zum ersten Mal ein dokumentarisches Spiel für ein Museum entwickelt, in dem es um Empathie und Verantwortung geht. Das Spiel legt die Entscheidung, wie die Spieler*innen mit dem Thema Flucht umgehen wollen, in ihre Hände.

Die Spieler*innen versuchen an fünf verschiedenen digitalen und analogen Spielstationen Fluchtgeschichten aus drei Jahrhunderten vor dem Vergessen zu bewahren. Von bekannten und unbekannten Geflüchteten. Von Station zu Station gewinnen sie Spuren und Erinnerungsfragmente, tragen Fluchtgründe und Fluchterfahrungen zusammen. Immer mit dem Ziel, die Biografie, um die sie spielen, vor dem Vergessen zu retten. Wer genug Punkte sammeln konnte, dessen Biografie wird am Ende im Museum aufbewahrt. Wer nicht genug Punkte sammeln konnte, dessen Biografie geht unter. Sie wird vergessen. Das Museum nimmt sie nicht auf.

Um die Absicht des Spiels auch gestalterisch hervorzuheben, wurde der Museumsraum von dem renommierten Berliner Künstler Nasan Tur gestaltet. Mit Videoarbeiten und Fundstücken kreiert er eine atmosphärische Dichte, die die Spieler*innen umfängt. Kunstinstallation und Spiel gehen ineinander über.

„Die Verbindung von politischer und kultureller Bildung gehört auch zur Arbeit der Bundeszentrale für Politische Bildung, und gerade in Hinsicht auf Demokratiebildung ist dieses Projekt ein wichtiger Beitrag für die Gegenwart“, so Linda Kelch von der Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb).

Das Spiel kann von bis zu 30 Spierlern*innen gleichzeitig gespielt werden. Es dauert ca. 90 Minuten.

Ein Kooperationsprojekt des Neuen Universum e. V. mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. Gefördert von Pro Filiis, Dortmund und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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