Wenn der Klimawandel schmeckbar wird

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Während der Verkostung des Weins vom Phoenix See im UmweltKulturPark: Winzerin Tina Krachten (l.) und Weinexperte Helmut Herter (r.) freuen sich über das schmackhafte Ergebnis vom Phoenix See. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Es war der heilige Servatius, der die Pläne zu Fall brachte. Hatte Winzerin Tina Krachten bereits fest mit einer Ernte in diesem Jahr gerechnet, so fegte am 13. Mai der Eisheilige durch das Land und zerstörte beinahe sämtliche Weinernten. So auch im UmweltKulturPark in Barop.

Trotzdem hielt Krachten an diesem Freitagabend Anfang September ein Glas Weißwein in der Hand, denn die Ernte im letzten Jahr am Phoenix See hatte stattfinden können. Heraus kam laut dem Weinexperten Helmut Herter „der beste Jahrgang ever“, den er mit seiner Kollegin und vielen anderen Akteur*innen im UmweltKulturPark feierte.

(v. l.) Dr. Mario Sommerhäuser, Abteilungsleiter Fluss und Landschaft der Emschergenossenschaft, Tina Krachten, Winzerin, Lothar Ständecke und Dirk Loose, Vorsitzender und Geschäftsführer von „Sail Together“, OB Ullrich Sierau, Weinexperte Helmut Herter, Willi Garth, 1. Vorsitzender des Hörder Heimatvereins, und Prof. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender bei der Emschergenossenschaft.

Die ungewöhnliche Idee, mitten im Ruhrgebiet einen Weinberg zu bepflanzen, trug der Bildung in zweierlei Hinsicht Rechnung. So verfolgte Willi Garth vom Hörder Heimatverein mit dem Gedanken, mit dem er sich an die Emschergenossenschaft wandte, vor allem das Anliegen, mittelalterliche Hörder Traditionen wiederzubeleben, wie Uwe Petzold zur ersten Verkostung im Jahr 2015 im Stadt-Anzeiger schrieb. Die Emschergenossenschaft hingegen sah hier die Chance, den Klimawandel schmeckbar zu machen. Als Projektleiter sieht Herter den Erfolg dieses Experiments bestätigt: „Es ist wärmer geworden. Man kann hier einen sehr schmackhaften und ordentlichen Wein machen.“

Auch im UmweltKulturPark soll es im Jahr 2022 soweit sein, denn einem weiteren Ernteausfall wird Krachten bei Bedarf mit Frostkerzen vorbeugen. „Eine kleine, aber feine Ernte erhoffe ich mir“, sagt die Winzerin und prostet Herter zu, von dem sie nun auch die Zuständigkeit für den Weinberg am Phoenix See übernehmen wird.

 

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