Weit über tausend Teilnehmer: Kinder radelten für bessere Radwege

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Die "Kidical Mass" soll den Rat zum Umdenken bewegen (Foto: Björn Küsting)

Unter dem Motto „Kinder aufs Rad!“ haben über 1100 Menschen in Dortmund mit einem Fahrrad-Korso für kindersicheren Fahrradverkehr demonstriert. Sie wollen ein kinderfreundliches Dortmund und bessere Radwege.

Die „Kidical Mass“ fuhr bei strahlendem Sonnenschein am Friedensplatz los und drehte eine Runde auf dem Wall, der dazu kurzzeitig für Autos gesperrt wurde. Über die Rheinische Straße ging es zum Westpark, wo gespielt und gemalt wurde. „Wir wollen zeigen, dass Kinder eigenständig mobil sein möchten und auf ihre Bedürfnisse hinweisen“, sagt Darius Silski vom Team  Aufbruch Fahrrad Dortmund, das zur Kidical Mass aufgerufen hatte, und ergänzt: „Wir haben gewusst, dass sehr viele Menschen auch so denken, aber dass gleich zur ersten Kidical Mass nach Polizeiangaben weit über tausend Menschen kommen würden, hätten wir nie gedacht. Wir sind begeistert!“

Unter dem Motto „Kinder aufs Rad!“ setzt sich die „Kidical Mass“ laut Silski dafür ein, dass auch Kinder den öffentlichen Raum in Dortmund nutzen können. Dazu gehöre, dass es gerade für Kinder eine zukunftsgerichtete Verkehrspolitik, gute Geh- und Radwege und sicher gestaltete Straßen brauche.

„Der Radverkehr in Dortmund braucht viel mehr Platz, und die Wege für das Fahrrad brauchen eine viel höhere Qualität.“ so Silski. „Denn Radfahren darf nicht nur etwas für Mutige sein!“ Die Infrastruktur müsse so beschaffen sein, dass sie für alle funktioniere. Für die Alltagsfahrerin und den Freizeitradler, und für besonders junge Fahrer genauso wie für besonders alte.

„Wenn die Infrastruktur für ein zehnjähriges Kind nicht funktioniert, dann funktioniert sie nicht und muss in Ordnung gebracht werden“, ergänzt Peter Fricke von Aufbruch Fahrrad Dortmund. Ein Beispiel dafür seien schmale aufgemalte Fahrradstreifen.

Die Kidical Mass wolle bei Kindern und Erwachsenen ein Bewusstsein für eine gerechtere Verteilung des öffentlichen Raums schaffen. Auch der Rat müsse umdenken und sich klar zu einer fairen Verteilung der vorhandenen Flächen bekennen. „Um die nötige Qualitätswende umzusetzen und den Investitionsstau der vergangenen Jahre abzubauen, muss außerdem richtig Geld in die Hand genommen werden,“ fordert Fricke. „Dazu sollte ein Radverkehrsbudget von 20 € pro Einwohner und Jahr schon im kommenden Doppelhaushalt eingeplant werden.“

Im nächsten Frühjahr soll die nächste Kidical Mass stattfinden.

 

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