Waldbrände und „was an die Nieren geht“ – 200 Jahre Freiwillige Feuerwehr Syburg

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Oliver Hitzegrad ist seit 2003 Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr Syburg. (Foto: IN-StadtMagazine)

Im Mai traf es das Unterholz am Kaiser-Wilhelm-Denkmal: Auf einer Fläche von etwa 100 Quadratmetern musste die Feuerwehr einen Waldbrand löschen. Und je trockener die Böden werden, umso stärker steigt die Gefahr. Diesen Bränden entgegenzuwirken, ist eine der Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr Syburg, die in diesem Sommer vor 200 Jahren ihre Arbeit aufgenommen hat.

Gegen die Waldbrände sieht Oliver Hitzegrad als Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr Syburg seinen Löschzug und seine Kollegen von der Berufsfeuerwehr mit „speziellem Equipment“ gut gerüstet. Seiner Ansicht nach spielen sich Waldbrände im Stadtbezirk Hörde vor allem im Unterholz ab und bewegen sich im kontrollierbaren Bereich. „Jedes Jahr kommt das im Schnitt fünf bis acht Mal vor“. Für die Feuerwehr bedeutet jeder dieser Brände „einen riesen Aufwand“, da das Löschwasser über mehrere Hundert Meter bis zur Brandstelle transportiert werden muss und bei der Arbeit am Steilhang eine Absturzsicherung unverzichtbar ist. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Einsätze merklich, doch die Vegetation vor Ort macht laut Hitzegrad einen schwerer zu kontrollierenden Wipfelbrand unwahrscheinlich.

Trotz der zunehmenden Trockenheit entfallen die meisten Einsätze des Löschzuges auf die medizinische Erstversorgung von AusflüglerInnen in und rund um Syburg. Schließlich lässt s ich hier wunderbar Motorrad und Mountainbike fahren und natürlich wandern. „Das liegt einfach an der exponierten Lage hier oben“, sagt Hitzgrad. Seit den neunziger Jahren gibt es innerhalb des Löschzugs Syburg eine sogenannte „First-Responder“-Gruppe, die speziell auf Ersthilfemaßnahmen geschult ist. Heute schätzt Hitzegrad den Anteil der First-Responder-Einsätze unter den 150 bis 180 Alarmen im Jahr auf zwei Drittel.

Dabei kommt der Gruppe ihre „sehr gute Ortskenntnis“ zugute. Da Notrufe aus dem Wald für Ortsfremde häufig nicht eindeutig zu lokalisieren sind, wissen die Frauen und Männer von der Freiwilligen Feuerwehr Syburg „wie wir wie wohin kommen und wo es sein könnte“, so Hitzegrad. Für die Einsatzkräfte sind diese Einsätze in vielen Fällen sehr belastend. „Man sieht sehr viel Leid, man hat viel mit dem Tod oder Schicksalen zu tun“, erzählt Hitzegrad. „Was uns allen immer sehr an die Nieren geht, sind Notfälle mit Kindern“.

Trotzdem überwiegen die Momente der Dankbarkeit, wenn die First Responder Gefahrensituationen zum Guten wenden. Es sind diese Momente, in denen man sich als Team erlebt, das in der Lage ist zu helfen.

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