Von der Dampflok zum Pedelec – Informationstafeln für den Rheinischen Esel

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Volker Schulterbraucks, stellvertretender Vorsitzender des Dorfvereins Löttringhausen (Mitte), Bezirksbürgermeister Hans Semmler (2. v. r.) und Dezernent für Bau und Infrastruktur Arnulf Rybicki (r.) enthüllten gemeinsam mit der Arbeitsgruppe aus (v. l.) Gerhard Brune, Helmut Kaufung und Tilo Cramm die neuen Informationstafeln. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Wenn ein Rheinländer über die A44 unterwegs ins Ruhrgebiet unter einer Brücke hindurchfährt, auf der groß „Rheinischer Esel“ zu lesen ist, kommt es schon einmal vor, dass er das Telefon zückt und die Stadt Witten kontaktiert. „Ich wusste nicht, dass wir hier nicht willkommen sind. Ich bin kein Esel“, soll tatsächlich jemand am anderen Ende der Leitung gesagt haben – da „war die Farbe noch nicht ganz trocken“, wie Arnulf Rybicki, Dezernent für Bau und Infrastruktur der Stadt Dortmund den Anwesenden am 31. Juli berichtete.

An genau diesem Sommertag nämlich übergab er gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Hans Semmler und Volker Schultebraucks, stellvertretender Vorsitzender des Dorfvereins Löttringhausen, fünf Informationstafeln entlang des Rad- und Wanderweges Rheinischer Esel an die Bürgerschaft. Auf Höhe des Schildes mit der Überschrift „Löttringhausen“, das über die historische Entwicklung der umgebenden Infrastruktur sowie über relevante Stätten in Löttringhausen informiert, bedankte sich Semmler für „den großartigen Einsatz einiger Männer“, die die Installation der Schilder an „einem der schönsten Rad- und Wanderwege in Dortmund“ initiiert und umgesetzt hatten. Einer dieser Männer war Helmut Kaufung, den sein Kollege Tilo Cramm als „Kümmerer des Weges Rheinischer Esel“ bei der Zuhörenden einführte.

Gemeinsam spazierten die Interessierten vom Treffpunkt am Möllershof zur Informationstafel am Rheinischen Esel.

Für diese Rolle hat Kaufung einen persönlichen Grund, denn für ihn gibt es „in Dortmund wohl kaum etwas Schöneres“ als den Rheinischen Esel. Als Grundschullehrer liegt ihm die Wissensvermittlung darüber hinaus quasi im Blut. Gemeinsam mit Gerhard Brune und Cramm widmete er sich daher der Recherche.

1979 wurde auf dem Rheinischen Esel der Personenverkehr auf der Schiene eingestellt, weil eine „Ausbreitung flexibel betriebener Fahrzeuge auf den Straßen“ beobachtet wurde. 1982 wurde dann auch der Schienen-Güterverkehr auf der Strecke eingestellt. Heute trägt der Rheinische Esel in besonderem Maße zur umweltfreundlichen Verkehrs- und Freizeitgestaltung bei: Mit dem Rad und zu Fuß nutzen die Bürger*innen den Weg von Dortmund über Witten nach Bochum tagtäglich.

Mit ihrem Projekt wollen die Männer den Aufenthalt dort weiter aufwerten und die Geschichte des Weges in Erinnerung rufen. Die QR-Codes, mit denen alle Schilder versehen sind, führen auf eine Internetseite, auf der weitere Informationen zu finden sind. Darüber hinaus speisen die Beteiligten laufend Fotografien mit entsprechenden Bildunterschriften ein und machen sie so der Öffentlichkeit zugänglich. Bewusst ist die Seite sehr übersichtlich gestaltet, um auch weniger erfahrenen Internetnutzer*innen alle vorhandenen Informationen und Eindrücke zur Verfügung stellen zu können. Wer des Sonntags mit der Familie oder auf dem Heimweg nach der Arbeit von Kruckel über Am Ballroth, Großholthausen und die Großholthausener Mark nach Löttringhausen spaziert oder radelt, kann nun also nicht nur die speziellen Biotope rechts und links des Weges bewundern, sondern auch einsteigen in die Geschichte eines Stadtbezirks.

Ob der Name des Weges übrigens durch das Schnaufen der Dampfloks entstand oder daraus, dass die Marktfrauen den Zug zwischen Düsseldorf und Dortmund für den Transport ihrer Waren als Lasttier, als Esel, nutzten, ist ungewiss. Sicher ist jedoch: Nicht nur die Menschen aus dem Ruhrgebiet, sondern auch alle Rheinländer*innen sind auf dem Rheinischen Esel herzlich willkommen.

Weitere Informationen unter www.rheinischer-esel-dortmund.de

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